Neubau Brücke B 312
Der geplante Neubau der B312‑Brücke über die Aich ist ein bedeutendes Verkehrsprojekt für die Region und eine große Herausforderung für die Stadt Aichtal. Die Brücke ist stark sanierungsbedürftig, ihre Erneuerung daher sinnvoll und notwendig. Die Stadt Aichtal begrüßt den Neubau ausdrücklich. Gleichzeitig ist klar: Die Maßnahme darf nicht zulasten der Lebensqualität, Sicherheit und Gesundheit der Aichtaler Bürgerinnen und Bürger gehen.
Das Land Baden‑Württemberg hat nun bestätigt, dass die Ersatzneubauten der Aichtalbrücke und des Ermstalviadukts gebündelt und unter einer gemeinsamen Vollsperrung umgesetzt werden sollen. Die Stadt Aichtal begrüßt diese Entscheidung, da sie wiederkehrende Sperrungen vermeidet und wichtige Planungssicherheit schafft. Der ursprünglich für 2028 vorgesehene Baubeginn verschiebt sich dadurch auf frühestens das zweite Halbjahr 2029. Die Verkehrssicherheit der bestehenden Brücke soll laut Regierungspräsidium Stuttgart bis dahin gewährleistet bleiben.
Belastungen dürfen nicht durch die Ortslagen gehen
Nach wie vor steht im Raum, den Verkehr während der Vollsperrung großräumig umzuleiten. Für die Stadt Aichtal ist klar: Eine innerörtliche Umleitung, also durch bewohnte Wohngebiete mit engen Straßen und Schulwegen, ist weder vertretbar noch verantwortbar. Täglich fahren über 30.000 Fahrzeuge auf der B312. Diese Belastung darf nicht durch die Quartiere geleitet werden. Darauf hat Bürgermeister Sebastian Kurz bereits frühzeitig hingewiesen.
Mit der bestätigten Bündelung wird ein wichtiger Schritt getan, um die Belastungen auf einen Zeitraum zu konzentrieren. Dennoch macht die Stadt deutlich: Die Zusammenlegung allein reicht nicht aus. Ein echter Parallelbau beider Brücken wäre notwendig, um die Bauzeit und die Auswirkungen auf Verkehr, Pendler und Wirtschaft spürbar zu reduzieren.
Ziele der Stadt Aichtal
Gemeinderat und Verwaltung setzen sich weiterhin mit Nachdruck für folgende Punkte ein:
- Keine innerörtliche Umleitung während der Bauzeit. Die Verkehrsbelastung der B312 darf nicht durch Wohngebiete und Schulwege geführt werden.
- Frühzeitige und verbindliche Beteiligung der Stadt an allen Planungsprozessen. Die Stadt Aichtal erwartet eine enge Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Stuttgart und den umliegenden Kommunen.
- Eine leistungsfähige Anbindung des geplanten Feuerwehrhauses und einer möglichen Rettungswache an die Bundesstraße. Die Einsatzfähigkeit der Rettungskräfte muss jederzeit gewährleistet sein.
- Die Integration der Maßnahme 343 aus dem Regionalverkehrsplan. Ein Anschluss der L1185 an die B312 würde dauerhaft Lärm und Verkehr reduzieren und ist aus Sicht der Stadt ein zentraler Baustein für die regionale Verkehrsentlastung zu halten.
Warum soll die Brücke über die Aich erneuert werden?
Die bestehende Brücke im Verlauf der B312 ist in einem baulich schlechten Zustand und erfüllt nicht mehr die Anforderungen an eine moderne Verkehrsinfrastruktur. Der Ersatzneubau soll die Verkehrssicherheit erhöhen und den Verkehrsfluss langfristig sichern. Das Land Baden-Württemberg hat das Projekt im Rahmen eines landesweiten Brückenerneuerungsprogramms angestoßen.
Wer ist für das Projekt verantwortlich – und was ist die Rolle der Stadt Aichtal?
Verantwortlich für das Projekt ist das Land Baden-Württemberg, das im Auftrag des Bundes für Planung und Umsetzung zuständig ist. Die Stadt Aichtal ist nicht Vorhabenträgerin, nicht zahlungspflichtig und nicht zuständig für die Baumaßnahme – aber sie ist direkt betroffen. Als betroffene Kommune setzt sie sich für die Interessen ihrer Bevölkerung ein.
Wie steht die Stadt Aichtal grundsätzlich zum Brückenneubau?
Die Stadt begrüßt den Brückenneubau und erkennt seine infrastrukturelle Notwendigkeit an. Aichtal will konstruktiv mitwirken – unter der Bedingung, dass die Interessen der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt werden. Es geht nicht darum, das Projekt zu verhindern, sondern es verantwortungsvoll mitzugestalten.
Welche Forderungen stellt die Stadt an das Land Baden-Württemberg?
Der Gemeinderat hat am 7. Mai 2025 einstimmig beschlossen, dass:
- Aichtal frühzeitig, umfassend und verbindlich in die Planung einbezogen werden muss,
- der Verkehr während der Bauzeit nicht innerorts umgeleitet werden darf,
- der Brückenneubau für eine funktionierende Rettungsinfrastruktur genutzt werden soll
Darüber hinaus hat der Gemeinderat mit 14 Ja und 3 Nein Stimmen entschieden, dass die im Regionalverkehrsplan vorgesehene Maßnahme 343 (L1185-B312-Anschluss) verbindlich integriert wird.
Warum lehnt die Stadt eine innerörtliche Umleitung ab?
Die B312 wird täglich von über 30.000 Fahrzeugen und rund 1.700 Lkw genutzt. Eine Umleitung durch die Stadt würde Wohngebiete mit einem hohem Verkehrsaufkommen belasten und Schulwege gefährden. Der Öffentliche Nahverkehr würde behindert, die Infrastruktur überfordert und beschädigt. Zudem würde eine innerörtliche Umleitung die Lebensqualität der Bürgerschaft massiv beeinträchtigen. Schon heute kommt es bei kurzfristigen Sperrungen zu chaotischen Ausweichverkehren. Eine längerfristige Umleitung wäre für viele Menschen nicht zumutbar.
Was bedeutet das Projekt für Feuerwehr und Rettungsdienste?
Die Stadt plant derzeit ein neues Feuerwehrhaus zwischen den Stadtteilen Aich und Grötzingen. Eine direkte Anbindung an die B312 ist für schnelle Einsatzzeiten unerlässlich. Zudem wurde im Bebauungsplan bereits vorsorglich Platz für eine Rettungswache vorgesehen. Die Stadt fordert deshalb, im Zuge des Brückenneubaus eine direkte Zufahrt zur Bundesstraße zu schaffen.
Was ist die Maßnahme 343 – und warum ist sie für Aichtal wichtig?
Die Maßnahme 343 sieht vor, die Landesstraße L1185 beidseitig an die B312 anzuschließen. Dadurch würde der Durchgangsverkehr aus den Ortskernen abgeleitet, die Lärmbelastung gesenkt und Platz für eine sinnvolle städtebauliche Entwicklung geschaffen – besonders in Aich. Gemäß den Planunterlagen des Regionalverkehrsplans würde durch die Anbindung eine Entlastung der innerörtlichen Strecken um netto rund 5.600 Fahrzeugkilometer pro Tag erzielt. Die Umsetzung im Rahmen des Brückenneubaus ist sinnvoll, da Planungs- und Bauprozesse gebündelt werden können.
Gibt es durch die Anbindung der L1185 Umweltbelastungen?
Laut Regionalverkehrsplan sind nur geringe bis moderate Eingriffe in Natur und Landschaft zu erwarten. Die Stadt bewertet das Verhältnis von Nutzen und Eingriffen als vertretbar.
Wie war die Stadt bisher in das Projekt eingebunden?
Die Einbindung durch das Land war bislang unzureichend. Es gab kaum direkte Kommunikation, stattdessen Informationen über Dritte oder die Presse. Erst auf wiederholte Nachfrage der Stadt und eines Landtagsabgeordneten erfolgte eine erste Kontaktaufnahme. Die Stadt fordert nun klare, verbindliche Kommunikations- und Beteiligungswege. Bürgermeister Sebastian Kurz hat diesem mit einem Offenen Brief an Verkehrsminister Winfried Herrmann bereits eingefordert.
Wie informiert die Stadt künftig über das Projekt?
Die Stadt Aichtal wird regelmäßig und transparent informieren über das Amtsblatt, Social Media, eine eigene Projektseite auf der Website und über Pressearbeit. Für Anfragen der Bürgerschaft wird eine eigene E-Mailadresse eingerichtet: bruecke@aichtal.de
Weitere Unterlagen
Pressemitteilung vom 08.05.2025
Neubau der B312-Brücke: Gemeinderat pocht auf neue Anbindung zwischen Aich und Grötzingen und lehnt Umleitung durch die Ortschaft ab
Der geplante Ersatzneubau der B312-Brücke über die Aich ist eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte in der Region – und zugleich eine große Herausforderung für die Stadt Aichtal. Über 30.000 Fahrzeuge, darunter rund 1.700 Lastwagen, rollen täglich über die Bundesstraße. Wenn dieser Verkehr während der Bauzeit durch Aichtal umgeleitet würde, hätte das massive Auswirkungen auf die Sicherheit, die Lebensqualität und die Gesundheit der Bevölkerung. „Wir sagen Ja zur neuen Brücke – aber ein klares Nein zum Umleitungsverkehr durch unsere Wohngebiete“, erklärt Bürgermeister Sebastian Kurz.
Der Gemeinderat bekennt sich grundsätzlich zum Ersatzbau, hat aber eine Reihe an Forderungen beschlossen, die die Stadt mit Nachdruck gegenüber dem Land vertreten wird. Das Land Baden-Württemberg ist im Auftrag des Bundes für Planung und Umsetzung des Projekts verantwortlich. In einem offenen Brief an Verkehrsminister Winfried Herrmann hatte Bürgermeister Kurz die Position der Stadt schon vorab deutlich gemacht
Innenstadt nicht für Schwerverkehr ausgelegt
Die bestehende Brücke über die Aich ist stark sanierungsbedürftig. Die Stadt Aichtal erkennt an, dass der Ersatzneubau dringend notwendig ist und begrüßt die Initiative des Landes ausdrücklich. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass das Projekt nicht auf dem Rücken der Bürgerinnen und Bürger ausgetragen werden darf. Die städtischen Straßen – etwa die Stuttgarter Straße – sind weder für Schwerlastverkehr ausgelegt noch für ein derart hohes Verkehrsaufkommen geeignet. Sie führen durch eng bebaute Wohngebiete mit Schulwegen und Nahversorgungsstandorten. Schon heute kommt es bei kurzfristigen Sperrungen zu chaotischen Ausweichverkehren. Eine Dauerumleitung wäre für viele Menschen unzumutbar.
Der Gemeinderat der Stadt Aichtal hat in seiner Sitzung am 7. Mai 2025 zentrale Positionen zum geplanten Ersatzneubau der B312-Brücke über die Aich verabschiedet. Hintergrund ist die drohende Umleitung des Verkehrs durch die Wohngebiete Aichtals während der Bauzeit. Bürgermeister Sebastian Kurz und das Gremium betonten einstimmig die Notwendigkeit des Brückenneubaus – machten aber ebenso deutlich, dass dieser nicht zulasten der Bevölkerung erfolgen dürfe. Insgesamt wurden vier Forderungen formuliert, die nun gegenüber dem Land Baden-Württemberg als zuständigem Planungsträger mit Nachdruck vertreten werden.
Frühzeitige Einbindung gefordert
Der Gemeinderat fordert zunächst eine vollumfängliche und verbindliche Einbindung der Stadt Aichtal in sämtliche Planungs-, Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse rund um das Projekt. Nur so könne sichergestellt werden, dass kommunale Belange, insbesondere im Hinblick auf Verkehrsführung und Bevölkerungsschutz, angemessen berücksichtigt werden. Dieser Punkt wurde vom Gremium einstimmig beschlossen.
Klare Absage an innerörtliche Umleitungen
Ebenfalls einstimmig sprach sich der Gemeinderat gegen eine Umleitung des Verkehrs durch die Ortsteile Aichtals während der Bauzeit aus. Stattdessen soll eine überörtliche, verkehrssichere Lösung erarbeitet werden, die die Wohngebiete entlastet und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger schützt. Bereits heute zeigen sich bei temporären Sperrungen die Belastungsgrenzen innerörtlicher Straßen wie der Stuttgarter Straße deutlich – von chaotischem Ausweichverkehr bis hin zu erheblichen Sicherheitsrisiken.
Anbindung des neuen Feuerwehrhauses sichern
Ein dritter, ebenfalls einstimmig gefasster Beschluss betrifft die Anbindung des geplanten neuen Feuerwehrhauses an die B312. Die Stadt fordert eine verlässliche, leistungsfähige Verkehrsanbindung für das Gebäude, das zwischen den Stadtteilen Aich und Grötzingen entsteht. Das Feuerwehrhaus wird künftig eine Schlüsselrolle im Bevölkerungsschutz einnehmen. Auch eine mögliche Rettungswache ist bereits in der Planung berücksichtigt.
Anschluss der L1185 an die B 312 mit großer Mehrheit beschlossen
Mehrheitlich, mit 14 Ja- und 3 Nein-Stimmen, beschloss der Gemeinderat zudem die Forderung nach Umsetzung der sogenannten Maßnahme 343 aus dem Regionalverkehrsplan. Diese sieht einen beidseitigen Anschluss der Landesstraße L1185 an die B312 vor. Durch diese Anbindung könnte der innerörtliche Verkehr im Stadtteil Aich nachhaltig reduziert, die Lärmbelastung gesenkt und zugleich städtebaulicher Gestaltungsspielraum geschaffen werden. Laut Regionalverkehrsplan wären die Eingriffe in Natur und Landschaft gering bis moderat – und damit vertretbar.
Ein starkes Signal an das Land
„Die Stadt Aichtal steht zum Brückenneubau – aber nicht um jeden Preis“, betonte Bürgermeister Sebastian Kurz. Die Stadt wolle Verantwortung übernehmen, dabei aber auch gehört werden. Die jetzt formulierten Forderungen sind ein starkes Signal an das Land, den Bund und alle am Projekt Beteiligten. Die Umsetzung des Bauvorhabens dürfe nicht zu Lasten der Menschen vor Ort gehen.
Stadt informiert transparent
Die Stadt Aichtal ist nicht Vorhabenträgerin und trägt keine Kosten für das Bauprojekt. Ihre Verantwortung liegt aber in der Wahrung der Interessen ihrer Bürgerschaft. Zur besseren Information der Bevölkerung richtet die Stadt Aichtal eine eigene Projektseite auf der städtischen Website ein. Dort finden sich künftig aktuelle Informationen, Hintergrundmaterialien und Antworten auf häufige Fragen. Außerdem wird regelmäßig über das Amtsblatt, die lokale Presse, Social Media und öffentliche Veranstaltungen informiert. Für Fragen aus der Bevölkerung ist die Mailadresse bruecke@aichtal.de eingerichtet.
Pressemitteilung vom 02.07.2026
Aichtal begrüßt Bündelung. Parallelbau bleibt zentrale Forderung
B 312: Land bestätigt Bündelung der Ersatzneubauten. Stadt Aichtal begrüßt klares Signal für Planungssicherheit
Das Land Baden-Württemberg hat in seiner Medienmitteilung vom 1. Juli 2026 bekanntgegeben, dass die Ersatzneubauten der Aichtalbrücke und des Ermstalviadukts im Zuge der B 312 gebündelt und unter einer gemeinsamen Vollsperrung umgesetzt werden sollen.
Die Stadt Aichtal begrüßt diese klare Linie des Regierungspräsidiums Stuttgart (RPS). Die Konzentration der Belastungen auf einen Zeitraum und das Vermeiden wiederkehrender Sperrungen schaffen aus Sicht der Stadt wichtige Planungssicherheit für die gesamte Region.
Baubeginn verschiebt sich auf frühestens 2. Halbjahr 2029
Die Aichtalbrücke weist seit Jahren erhebliche Schäden an der Quervorspannung auf und kann nur durch ein dauerhaftes Monitoring-System betrieben werden. Das Land bestätigt erneut den dringenden Handlungsbedarf und die Notwendigkeit eines Ersatzneubaus.
Durch die Bündelung mit dem Ermstalviadukt verschiebt sich der ursprünglich für 2028 vorgesehene Baubeginn auf frühestens das zweite Halbjahr 2029. Nach aktuellem Stand geht das RPS davon aus, dass die Verkehrssicherheit der Brücke bis dahin gewährleistet bleibt.
Die Stadt Aichtal erwartet, dass das Monitoring weiterhin engmaschig erfolgt und die Sicherheit jederzeit oberste Priorität hat.
Bündelung und Vollsperrung als gemeinsamer Zeitraum
Das Regierungspräsidium folgt dem deutlichen Signal der Kommunen entlang der B 312: „Lieber eine befristete Vollsperrung als jahrelange wechselnde Nadelöhre.“ so Regierungspräsidentin Susanne Bay.
Auch die Stadt Aichtal hat sich klar für eine koordinierte Umsetzung ausgesprochen. Mit der nun bestätigten Bündelung wird ein zentraler Schritt getan, um unvermeidliche Beeinträchtigungen zu konzentrieren, mehrfach wiederkehrende Baustellenphasen zu vermeiden und die Region frühzeitig und verlässlich zu informieren.
Aichtals Bürgermeister Sebastian Kurz bewertet die Entscheidung eindeutig: Die Zusammenführung der Projekte sei ein Vorschlag gewesen, den die betroffenen Kommunen bereits vor rund neun Monaten eingebracht hatten. Kurz betont:
„Ich begrüße ausdrücklich, dass das Regierungspräsidium die von den betroffenen Kommunen vorgeschlagene Bündelung von Aichtalbrücke und Ermstalviadukt nun aufgreift. Zwei getrennte Vollsperrungen wären für die Region nicht zumutbar.“
Forderung nach einem echten Parallelbau
Gleichzeitig macht Kurz deutlich, dass die Bündelung allein nicht ausreicht. Aus Sicht der Stadt Aichtal müsse das Land die Möglichkeit eines echten Parallelbaus ernsthaft prüfen. Zwischen der ersten Pressemitteilung des RPS im Oktober 2024 und einem möglichen Baubeginn im zweiten Halbjahr 2029 liegen nahezu fünf Jahre und selbst dieser Termin sei laut RPS nur unter optimalen Bedingungen realistisch.
Kurz folgert: „Aus unserer Sicht zeigt das: Es bestand und besteht ausreichend Zeit, die Planung und die planungsrechtlichen Voraussetzungen für einen Parallelbau ernsthaft anzugehen.“
Bauzeit und Auswirkungen auf Verkehr und Wirtschaft
Bürgermeister Sebastian Kurz stellt klar, dass die Bündelung der Projekte keine Verkürzung der Bauzeit bedeutet, sondern lediglich die Zusammenlegung zweier Maßnahmen in einem gemeinsamen Sperrzeitraum. Eine spürbare Entlastung für Verkehr, Pendler und Wirtschaft könne nur ein Parallelbau bringen:
„Die Auswirkungen auf Verkehr, Pendler und Wirtschaft lassen sich aus unserer Sicht nur durch einen echten Parallelbau spürbar reduzieren, nicht allein durch die Zusammenlegung zweier unterschiedlicher Brückenprojekte.“
Er verweist zudem auf die Position der örtlichen und regionalen Wirtschaft. Der Bund der Selbständigen Aichtal habe frühzeitig auf die erheblichen Folgen einer langen Vollsperrung hingewiesen - für Betriebe, Beschäftigte, Lieferketten, Handel und Gastronomie. Deshalb müsse die Entscheidung des Landes auch die volkswirtschaftlichen Schäden berücksichtigen:
„Deshalb dürfen bei der Entscheidung nicht nur die reinen Baukosten betrachtet werden, sondern auch die volkswirtschaftlichen Schäden durch Sperrungen, Umwege und Ausweichverkehr.“
Mit Blick auf die Verkehrssituation warnt Kurz: „Mit erheblichem Ausweichverkehr durch Aichtal ist zu rechnen. Leider liegt uns bis heute kein belastbares Umleitungskonzept vor. Die Auswirkungen werden nicht nur Aichtal treffen, sondern auch Neckartenzlingen, Filderstadt, Metzingen und Reutlingen. In Reutlingen steht ab 2030 zudem der Bau der Regional-Stadtbahn an.“
Stadt Aichtal: Fokus auf frühzeitige Information und regionale Zusammenarbeit
Die geplante Vollsperrung der B 312 wird erhebliche Auswirkungen auf das nachgeordnete Straßennetz haben. Um großräumige Umleitungen und geeignete verkehrliche Begleitmaßnahmen zu entwickeln, führt das Regierungspräsidium Stuttgart derzeit eine umfassende Verkehrsuntersuchung durch.
Für die Stadt Aichtal ist klar: Die betroffenen Kommunen müssen frühzeitig und eng eingebunden werden. Bereits am 6. Oktober 2025 fand in Aichtal eine erste Informationsveranstaltung statt, weitere Termine sollen folgen. Die Entscheidung des Landes schafft damit eine wichtige Grundlage für Planungssicherheit, sowohl für die Kommunen als auch für die Bürgerinnen und Bürger.
Bürgermeister Kurz betont die Bedeutung einer abgestimmten Vorgehensweise und unterstreicht, dass frühzeitig abgestimmte Umleitungsstrecken notwendig sind, um Belastungen für die Ortslagen so gering wie möglich zu halten. Gleichzeitig sei es wichtig, die Bürgerinnen und Bürger transparent zu informieren, damit sie die geplanten Maßnahmen nachvollziehen und sich darauf einstellen können.
Zugleich verweist er auf die regionale Dimension:
„Gerade deshalb stehe ich im engen Austausch mit meinen Kolleginnen und Kollegen in Metzingen und Reutlingen. Wir brauchen jetzt eine echte regionale Verkehrsplanung, abgestimmt mit den betroffenen Städten und Gemeinden und keine Lösung, die am Ende zulasten der Ortsdurchfahrten geht.“
Medienmitteilung (Nr. 226/2026) vom 01.07.2026 (PDF-Dokument, 122,91 KB).









