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Jungwild - unnötiger Tod beim Mähen

Artikel vom 13.05.2022

Jährlich sterben schätzungsweise 500.000 Jungtiere während des Mähvorganges. Sehr viele Tiere überleben den Mähvorgang zwar, werden dabei aber verletzt und sind dann so verstümmelt, dass sie langsam und qualvoll sterben oder vom Jäger erlöst werden, sofern er in Kenntnis gesetzt wurde. 

In den Monaten Mai bis Juni werden bei uns die Rehkitze geboren. Die Rehgeiß setzt ihre Jungen - meistens 2, ins hohe Gras und sucht es dort während der ersten Wochen nur kurz zum Säugen auf und entfernt sich wieder. Bei Gefahr drückt sich das Rehkitz und ist, dank seinem gefleckten Fell und des geringen Eigengeruches, gegen natürliche Feinde gut geschützt. Keinen Schutz haben sie hingegen gegen die immer schneller werdenden Mähmaschinen und den hohen Zeitdruck, dem unsere Landwirte ausgesetzt sind. Deshalb werden jedes Jahr unzählig viele Rehkitze und andere Jungtiere durch die Messer der Mähmaschinen getötet oder schwer verletzt. Das Leiden der kleinen Rehkitze kann man mit relativ einfachen Mitteln verhindern.

Am späten Abend vor der bevorstehenden Mahd sollten in den betroffenen Wiesen Stangen mit Papier- oder Plastiksäcken in Abständen von ca. 30 - 40 m aufgestellt werden.
Bewährt hat sich auch das kurze Anmähen von Teilstücken der Wiese am Abend vor der Mahd.
Grundsätzlich sollte die Wiese immer von innen nach außen, gemäht werden.  

Mit solchen einfachen Maßnahmen werden die Rehmütter beunruhigt, die dann ihren Nachwuchs aus dem Gefahrenbereich führen, sobald wieder Ruhe eingekehrt ist.

Stücklesbesitzer, die ihre Stückle nur mähen und das Mähgut nicht verwerten und einfach liegen lassen, sollten bis Ende Juli mit dem Mähen warten, da dann das Setz- und Brutgeschäft unserer heimischen Tierwelt größtenteils abgeschlossen ist und die Jungtiere relativ selbstständig sind.