Gemeinderat stärkt Bevölkerungsschutz in Aichtal
Der Gemeinderat der Stadt Aichtal hat in seiner Sitzung am 5. August 2026 die Weiterentwicklung der kommunalen Krisenvorsorge beschlossen. Der Beschluss fiel einstimmig mit 17 Ja-Stimmen. Grundlage waren die Erkenntnisse aus einem gemeinsamen Praxistest von Stadtverwaltung, städtischem Bauhof und der Freiwilligen Feuerwehr am 14. Juli 2026.
Bei dem Testlauf wurde nicht nur die technische Notstromversorgung einzelner Geräte überprüft. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Frage, wie handlungsfähig die Stadt bei einem länger andauernden Stromausfall bleibt. Dazu wurden unter anderem Transportwege, organisatorische Abläufe, Kommunikationsstrukturen und das Zusammenspiel zwischen Verwaltung, Bauhof und Feuerwehr praktisch erprobt.
Notfalltreffpunkte werden weiterentwickelt
Die Ergebnisse zeigen, dass das bisherige Konzept der vorgesehenen Notfalltreffpunkte organisatorisch und technisch weiterentwickelt werden soll. Die Feuerwehrhäuser sollen dabei weiterhin vor allem der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr dienen. Bei einem Ausfall der öffentlichen Telekommunikation können dort Notfallmeldungen entgegengenommen und an die Integrierte Leitstelle weitergegeben werden. Für die längerfristige Betreuung einer größeren Zahl von Bürgerinnen und Bürgern sind die Feuerwehrhäuser dagegen nicht vorgesehen.
Für den Stadtteil Grötzingen bietet die Mehrzweckhalle einschließlich SPORT Aichtal aufgrund ihrer Größe, Infrastruktur und zentralen Lage gute Voraussetzungen als Notfalltreffpunkt. Bislang fehlt dort allerdings eine ausreichende Notstromversorgung. In Neuenhaus wird die Schulsportturnhalle als möglicher Standort weiter untersucht. In Aich wurde das Konzept mit der Festhalle bereits positiv getestet; dort besteht die Möglichkeit einer Notstromversorgung.
Neben der Weiterentwicklung der Standorte sollen auch die Abläufe zwischen Stadtverwaltung, Feuerwehr und Bauhof optimiert werden. Außerdem soll geprüft werden, ob örtliche Vereine und weitere ehrenamtliche Organisationen freiwillig in den Betrieb der Notfalltreffpunkte eingebunden werden können.
Mobiler Notstromerzeuger für mehr Flexibilität
Als erste konkrete Maßnahme hat der Gemeinderat der Beschaffung eines gebrauchten mobilen Diesel-Notstromerzeugers mit einer Leistung von rund 165 kVA zugestimmt. Für die Beschaffung und betriebsbereite Herstellung werden außerplanmäßige Haushaltsmittel von bis zu 40.000 Euro bereitgestellt.
Das Aggregat soll planmäßig an der Mehrzweckhalle Grötzingen stationiert werden. Da es mobil auf einer Abrollplattform aufgebaut wird, kann es im Bedarfsfall jedoch auch an anderen kritischen kommunalen Einrichtungen eingesetzt werden. Der Transport kann mit den bereits vorhandenen Wechselladerfahrzeugen von Feuerwehr und Bauhof erfolgen. Zusätzliche Spezialfahrzeuge sind nicht erforderlich.
Zur wirtschaftlichen Umsetzung trägt insbesondere das Engagement der Freiwilligen Feuerwehr Aichtal bei. Feuerwehrangehörige haben sich bereit erklärt, technische Umbauten, den Ausbau der Abrollplattform und weitere Anpassungsarbeiten weitgehend in Eigenleistung durchzuführen. Der städtische Bauhof unterstützt die Arbeiten im Rahmen seiner technischen Möglichkeiten. Dadurch können erhebliche Kosten eingespart werden.
Mit dem Beschluss investiert die Stadt nicht nur in zusätzliche Technik, sondern stärkt zugleich ihre Handlungsfähigkeit bei länger andauernden Stromausfällen und anderen Schadenslagen. Die jetzt beschlossene mobile Notstromversorgung ist dabei ein erster Baustein einer umfassenderen Weiterentwicklung des Bevölkerungsschutzes in Aichtal.









