Finanzlage bleibt angespannt
Die Finanzen der Stadt Aichtal entwickeln sich im laufenden Jahr voraussichtlich etwas besser als bei der Verabschiedung des Etats erwartet. Die Stadt rechnet weiterhin mit einem Minus, geht aber davon aus, dass es leicht geringer ausfällt als die geplanten 2,83 Millionen Euro. Aber: Ein ausgeglichener Ergebnishaushalt bleibt nach heutigem Stand unrealistisch. Der Gemeinderat hat den Haushaltszwischenbericht zur Kenntnis genommen.
Gewerbesteuer liegt über dem Plan
Vor allem die Gewerbesteuer entwickelt sich positiver. Mitte Juli lag der Veranlagungsstand für das ganze Jahr bei 4,9 Millionen Euro. Eingeplant waren 4,1 Millionen Euro. Auch bei weiteren Erträgen, etwa aus Gebühren und Leistungen der Verwaltung, erwartet die Stadt etwas höhere Einnahmen. Insgesamt geht sie hier von einem Plus von rund 100.000 Euro aus.
Die Personalkosten werden trotz der Tarifsteigerungen unter elf Millionen Euro bleiben. Mehrere Stellen waren zeitweise unbesetzt oder konnten erst mit Verzögerung wiederbesetzt werden. Deshalb rechnet die Stadt nicht mit einem höheren Personalbudget. Auch bei Sach- und Dienstleistungen zeichnen sich geringere Ausgaben ab. Unter dem Strich könnten die Aufwendungen rund 500.000 Euro unter dem Plan bleiben. Als Folge der höheren Gewerbesteuereinnahmen wird ein Teil der Entlastung allerdings durch die entsprechend höhere Gewerbesteuerumlage aufgezehrt.
Investitionen verschieben sich
Bis Mitte Juli zahlte die Stadt rund 1,4 Millionen Euro für Investitionen aus. Dazu gehörten vor allem Baumaßnahmen, der Erwerb von Sachvermögen, Tilgungen und ein Zuschuss für eine Arztansiedlung. Das gesamte Investitionsprogramm wird sich 2026 voraussichtlich nicht vollständig umsetzen lassen. Noch offene Maßnahmen muss die Stadt deshalb teilweise in die Haushalte der kommenden Jahre übernehmen. Zu den großen Vorhaben gehören die Sanierung des Ortskerns Neuenhaus, die Kita Brücke 1+ und die Sanierung des Rathauses Aich. Diese Projekte werden die Finanzplanung der kommenden Jahre stark prägen. Dazu zählt eventuell auch der Campus Weiherbach. Auch der geplante Neubau des Feuerwehrmagazins beschäftigt die Stadt. Sie ist im Mai 2026 in die Grundstücksverhandlungen eingestiegen. Die Gespräche dauern an, da die Vorstellungen über die Konditionen eines Grundstückserwerbs bislang noch auseinanderliegen. Die Verwaltung setzt die Verhandlungen fort und hofft, in den kommenden Wochen Klarheit darüber zu gewinnen, ob eine einvernehmliche Lösung erreicht werden kann.
Noch keine neuen Kredite nötig
Im Kernhaushalt musste die Stadt 2026 bislang keine neuen Darlehen aufnehmen. Der Kassenstand ist noch gut, wird aber deutlich sinken. Sobald die großen Projekte stärker anlaufen, wird Aichtal nicht mehr ohne Fremdkapital auskommen.
Auch die Rücklagen schrumpfen. Die positiven Jahresergebnisse der vergangenen Jahre setzen sich nicht fort. Für die Jahre 2026 bis 2029 erwartet die Stadt im Durchschnitt ein Defizit von rund drei Millionen Euro pro Jahr. Diese Entwicklung kann sie auf Dauer nicht tragen.
Stadt muss weiter sparen und Einnahmen prüfen
Die Stadt will deshalb ihre Ausgaben weiter begrenzen und zusätzliche Einnahmen prüfen. Sie hat bereits die Gebühren für Kindertagesstätten, Bestattungen und Verwaltungsleistungen neu kalkuliert. Als Nächstes sollen Nutzungsentgelte und Steuersätze auf den Prüfstand. Auch freiwillige Leistungen bleiben Thema. Über die Zukunft des Hallenbads soll frühestens im Herbst auf Basis eines Gutachtens über den baulichen Zustand entschieden werden.
Die Grundsteuerreform hat das Gesamtaufkommen der Stadt weitgehend auf dem bisherigen Niveau gehalten. Dafür hatte der Gemeinderat den Hebesatz deutlich gesenkt. Für einzelne Eigentümer konnten sich dennoch spürbare Veränderungen ergeben. Die Haushaltsplanung für 2027 wird nach Einschätzung der Verwaltung noch schwieriger. Steigende Bau-, Energie- und Unterhaltungskosten treffen auf wachsende Pflichtaufgaben. Zugleich muss Aichtal weiter in Kinderbetreuung, Schulen, Feuerwehr und Infrastruktur investieren. Der Haushaltsentwurf für 2027 soll am 24. September eingebracht werden. Den Beschluss plant die Stadt für den 9. Dezember.









