Bildungscampus Weiherbach wird nicht gebaut
Bildungscampus wird nicht gebaut
Stadtverwaltung arbeitet Folgen des Gemeinderatsbeschlusses auf und bereitet weitere Schritte vor
Die Pläne für den Bildungscampus Weiherbach werden nicht realisiert. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Gleichzeitig bleibt die Aufgabe bestehen, ausreichende Betreuungsplätze für Kinder in Aichtal zu bieten. Die Verwaltung wird nun die Folgen des Beschlusses aufarbeiten und auf dieser Grundlage die nächsten Schritte vorbereiten. „Der Beschluss ist ein tiefer Einschnitt, weil damit nicht nur eine Planung endet, sondern zugleich zentrale Fragen in der Kinderbetreuung offenbleiben. Jetzt geht es darum, die Folgen sauber aufzuarbeiten und handlungsfähig zu bleiben“, sagt Bürgermeister Sebastian Kurz.
Reduzierte Variante stand zur Entscheidung
Zur Abstimmung stand aus Kostengründen nicht mehr die ursprüngliche große Campuslösung. Die Verwaltung hatte dem Gemeinderat eine deutlich reduzierte Variante vorgeschlagen. Diese konzentrierte sich auf den Bau neuer Betreuungsplätze, insgesamt wäre Platz für sechs Gruppen entstanden. Nach der Kostenschätzung vom 19. Mai 2026 lagen die Gesamtbaukosten dieser Variante bei rund elf Millionen Euro. Davon entfielen rund 10,7 Mio. Euro auf den zentralen Bauteil C der Kindertageseinrichtung und rund 287.000 Euro auf Bauteil B. Im Vergleich zu früheren Planungsständen war der Projektumfang damit erheblich reduziert worden.
Planung endet, Bedarf bleibt
Mit dem Beschluss endet die bisherige Planung am Standort Weiherbach in der vorgelegten Form. Das hat Folgen: Die bereits geleistete Planungsarbeit kann so nicht umgesetzt werden. Für das Gesamtprojekt sind bereits rund eine Million Euro angefallen. Offen bleiben nun die Entwicklung der Kinderbetreuung, die Perspektive des Standorts Weiherbach, mögliche Lösungen für die Schulkindbetreuung, die Zukunft der Bücherei sowie notwendige Maßnahmen an der Weiherbachschule. Die Entscheidung bedeutet deshalb keine Entlastung von diesen Aufgaben.
Der Bedarf an guten und verlässlichen Betreuungsplätzen besteht weiter. Familien brauchen Planungssicherheit. Kinder brauchen geeignete Räume. Pädagogische Fachkräfte brauchen Arbeitsbedingungen, die eine gute Betreuung ermöglichen. Hinzu kommen Anforderungen an Brandschutz, Barrierefreiheit, Arbeitsschutz, Energieeffizienz und zeitgemäße pädagogische Konzepte. Viele dieser Anforderungen lassen sich in älteren Gebäudestrukturen nur eingeschränkt oder mit erheblichem Aufwand erfüllen.
Verwaltung bereitet neue Grundlage vor
Die Stadtverwaltung wird nun prüfen, welche baulichen und finanziellen Folgen sich aus dem Beschluss ergeben. Dabei geht es auch um die Frage, welche Alternativen realistisch sind und in welchem Zeitraum sie vorbereitet werden können. Geprüft werden müssen insbesondere die bestehenden und künftigen Betreuungsbedarfe, mögliche Standorte sowie die Einbindung in die Haushalts- und Finanzplanung der Stadt. Dabei bleibt die schwierige finanzielle Lage der Stadt ein wesentlicher Rahmen.
Aus den Reihen des Gemeinderats wurde das Argument genannt, dass der Campus für eine Zusammenlegung der Aichtaler Grundschulen benötigt werden könnte. „Für einen solchen Schritt gibt es keine konkreten Pläne und das müsste auch sehr gründlich geprüft werden. Für mich gilt das Prinzip kurze Beine, kurze Wege“, erklärt Bürgermeister Sebastian Kurz.










