Hallenbad: Analyse soll Klarheit bringen
icon.crdate06.05.2026
Der Gemeinderat hat wichtige Beschlüsse zur Zukunft des Gartenhallenbads gefasst: Der Betrieb wird zunächst gesichert, der Zustand des Gebäudes fachlich untersucht und die Chance auf Fördermittel gewahrt. Eine Entscheidung über Sanierung, Neubau oder weitere Schritte ist damit noch nicht verbunden.
Hallenbad: Analyse soll Klarheit bringen
Stadtverwaltung und Gemeinderat sichern Betrieb des Bades und vergeben Auftrag an Fachbüro
Der Gemeinderat hat mehrere Entscheidungen zur Zukunft des Gartenhallenbads getroffen. Er hat einstimmig beschlossen, den laufenden Betrieb zunächst weiter mit Unterstützung eines externen Dienstleisters zu sichern. Zudem hat das Gremium einstimmig beschlossen, eine fachliche Untersuchung des baulichen und technischen Zustands in Auftrag zu geben. Die Stadt wird Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ beantragen. Mit diesen Beschlüssen ist noch keine Entscheidung über eine konkrete Sanierung verbunden. Die Stadt schafft damit die Grundlage, um über die weiteren Schritte entscheiden zu können. Parallel läuft die dialogische Bürgerbeteiligung. Sie soll bis zum Sommer Ergebnisse liefern.
Betrieb bleibt zunächst gesichert
Damit die bisherigen Öffnungszeiten aufrechterhalten werden können, wird weiterhin ein externer Dienstleister für die Badeaufsicht eingesetzt. Hintergrund sind offene Stellen im Bereich des Bäderbetriebs, die derzeit nicht besetzt werden können. Die bisher vertraglich vereinbarten Stunden des Dienstleisters sind nach der aktuellen Dienstplanung spätestens Ende Mai aufgebraucht. Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, den Auftrag vorläufig bis Ende 2026 fortzuführen. Im September soll das Thema erneut beraten werden.
Zustand des Gebäudes wird umfassend untersucht
Parallel dazu lässt die Stadt den Zustand des Gartenhallenbads fachlich untersuchen. Der Gemeinderat hat die Fritz Planung GmbH damit beauftragt, den Sanierungsbedarf zu untersuchen. Zusätzlich werden bauphysikalische Untersuchungen zu Wärmebrücken und Feuchtigkeit einbezogen. Die Ausgaben dafür betragen rund 34.500 Euro brutto.
Die Untersuchung soll den Ist-Zustand des Gebäudes, der technischen Anlagen und der Badewassertechnik erfassen. Betrachtet werden unter anderem Baukonstruktion, Gebäudehülle, Innenausbau, Beckenkonstruktion, Beckenhydraulik, Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Elektrotechnik sowie Außenanlagen. Auf dieser Grundlage sollen notwendige und sinnvolle Maßnahmen beschrieben, eingeordnet und mit einer Kosteneinschätzung versehen werden. Die Untersuchung soll bis zum Herbst dieses Jahres vorliegen.
Schäden in vielen Bereichen
Bereits in der Vorstellung des Fachbüros wurden mehrere Problembereiche sichtbar. Die Fachleute führten unter anderem Fliesenschäden, mögliche Schäden am Estrich, Betonschäden, Korrosion am Dachtragwerk sowie Fragen zur Bauphysik, Lüftung, Beckenhydraulik und Heizung an. Gerade dieser Teil der Untersuchung ist für die weitere Diskussion wesentlich. Denn erst wenn der tatsächliche Zustand und der notwendige Aufwand fachlich bewertet sind, lässt sich das weitere Vorgehen seriös einschätzen. Zwei Fachbüros hatten Angebote für diese Untersuchung eingereicht. Beide sprachen in der jüngsten Gemeinderatssitzung davon, dass die Schäden so groß sind, dass eine Generalsanierung unter Umständen unwirtschaftlicher sein könnte als ein Neubau.
Förderchance soll gewahrt werden
Der Gemeinderat hat außerdem einstimmig beschlossen, dass sich die Stadt am Projektaufruf 2026 für Schwimmbäder im Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ beteiligt. Die Verwaltung wird die dafür erforderlichen Unterlagen einreichen und das Verfahren weiterführen. Das Gartenhallenbad wird von der Öffentlichkeit, Vereinen und Schulen genutzt. Im Jahr 2024 wurden 20.056 Besucherinnen und Besucher gezählt, im Jahr 2023 waren es 20.837. Ein großer Teil der schulischen Nutzung entfällt nicht auf Aichtaler Schulen, sondern auf Bildungseinrichtungen aus umliegenden Gemeinden (78 Prozent). Die Stadt Aichtal trägt die Betriebs- und Investitionskosten bislang allein.
Gemeinderat wird entscheiden
Mit den aktuellen Beschlüssen legt sich die Stadt Aichtal nicht auf eine bestimmte bauliche Lösung fest. Sie sichert zunächst den Betrieb, lässt den Zustand des Gartenhallenbads fachlich bewerten und wahrt die Chance auf Fördermittel. Erst wenn die Ergebnisse der Bestandsanalyse, eine Kosteneinschätzung und weitere Informationen zum Förderverfahren vorliegen, kann der Gemeinderat über den weiteren Weg entscheiden.










