Einführung eines Handwerkerparkausweises im Landkreis Esslingen
Landkreis Esslingen führt kreisweiten Handwerkerparkausweis ein – gemeinsames Projekt von Landkreis und Kommunen
Seit Jahresbeginn können Handwerksbetriebe im Landkreis Esslingen einen kreisweit gültigen Handwerkerparkausweis beantragen. Das Gemeinschaftsprojekt des Landkreises und aller 44 Kommunen in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft erleichtert Handwerkerinnen und Handwerkern die tägliche Arbeit und baut bürokratische Hürden ab.
Mit dem neuen Handwerkerparkausweis entfällt die Notwendigkeit, für jeden Einsatzort eine separate Ausnahmegenehmigung zu beantragen. Stattdessen ermöglicht der Ausweis das Parken im gesamten Landkreis Esslingen – schnell, unkompliziert und einheitlich. „Das Handwerk ist eine tragende Säule unserer regionalen Wirtschaft und das Projekt ist für das Handwerk in unserer Region von großer Bedeutung. Damit schaffen wir eine spürbare Entlastung für Betriebe, die oft kurzfristig und an wechselnden Einsatzorten tätig sind. Wir leisten mit dem kreisweiten Handwerkerparkausweis, der in guter interkommunaler Zusammenarbeit auf die Beine gestellt worden ist, einen konkreten Beitrag zum Bürokratieabbau“ sagte Landrat Marcel Musolf bei der Vorstellung des Handwerkerparkausweises am Mittwoch, 14. Januar im Landratsamt Esslingen.
„Der kreisweite Handwerkerparkausweis bedeutet eine praxisnahe und unkomplizierte Lösung für die Handwerksbetriebe im Landkreis. Gleichzeitig ist dieses Projekt ein hervorragendes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit der Städte und Gemeinden im Landkreis, unter der engagierten Federführung der Wirtschaftsförderung des Landratsamts Esslingen.
Gemeinsam schaffen wir Rahmenbedingungen, die den Arbeitsalltag der ortsansässigen Betriebe erleichtern und damit allen Kommunen des Landkreises zugutekommen“ ergänzte Oberbürgermeister Christoph Traub aus der Perspektive der Stadt Filderstadt. Als Mitinitiator begrüßt Karl Bossler für die Kreishandwerkerschaft Esslingen-Nürtingen die Einführung des kreisweiten Hand-werkerparkausweises mit Nachdruck: „Er steht für echten Bürokratieabbau und schafft spürbare Entlastung für unsere Betriebe. Dank dieser Lösung können Hand-werksbetriebe ihre Dienstleistungen vor Ort noch schneller und effizienter erbringen – ein Gewinn für alle“, sagte Bossler.
Was bietet der Handwerkerparkausweis?
Der Ausweis berechtigt zum Parken für die Dauer des Arbeitseinsatzes in bestimmten Bereichen, sofern keine andere geeignete Parkmöglichkeit in zumutbarer Entfer-nung besteht. Dazu gehören:
- Parkplätze mit Parkuhren oder Parkscheinautomaten (ohne Gebühr),
- Bereiche mit Parkscheibenpflicht (ohne Parkscheibe und Zeitbegrenzung),
- Bewohnerparkplätze,
- verkehrsberuhigte Bereiche (außerhalb gekennzeichneter Flächen),
- eingeschränkte Haltverbotszonen und
- Fußgängerzonen (außer Markt- und Veranstaltungsflächen).
Wer kann den Ausweis beantragen?
Antragsberechtigt sind Betriebe mit handwerklicher Tätigkeit, die bei der Handwerks-kammer oder der Industrie- und Handelskammer registriert sind und Service-, Werkstatt- oder Montagefahrzeuge nutzen. Pro Ausweis können bis zu drei Kennzeichen eingetragen werden.
Kosten und Gültigkeit:
Die Gebühr beträgt 200 Euro pro Jahr. Der Ausweis ist ab Ausstellungsdatum 12 Mo-nate gültig und kann digital über das Serviceportal Baden-Württemberg beantragt werden.
Ein starkes Zeichen für Zusammenarbeit:
Die Einführung des Handwerkerparkausweises ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Landkreis Esslingen, den elf Kommunen mit eigener Verkehrsbehörde, der Kreishandwerkerschaft Esslingen-Nürtingen sowie den kommunalen Wirtschaftsförderungen. Grundlage ist eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung, die die gegenseitige Anerkennung der Ausweise im gesamten Landkreis sicherstellt.
Wie kann der Ausweis beantragt werden?
Anträge für den Handwerkerparkausweis sind bei der örtlich zuständigen Straßenverkehrsbehörde zu stellen, in deren Bezirk sich der Hauptsitz des Betriebs befindet. Alternativ kann der Antrag in der örtlich zuständigen Straßenverkehrsbehörde gestellt werden, in deren Bezirk erstmals vom Handwerkerparkausweis Gebrauch gemacht werden soll. Letztgenannte Zuständigkeit ist bei Betrieben mit Hauptsitz außerhalb des Landkreises Esslingen maßgeblich. Je nach Ort sind entweder die Stadt- oder Gemeindeverwaltungen oder das Landratsamt Esslingen zuständig:
Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung:
- Aichtal
- Dettingen unter Teck (Verwaltungsgemeinschaft mit Kirchheim u. T.)
- Esslingen am Neckar
- Filderstadt
- Kirchheim unter Teck
- Leinfelden-Echterdingen
- Neuhausen a. d. F.
- Notzingen (Verwaltungsgemeinschaft Kirchheim u. T.)
- Nürtingen
- Plochingen
- Ostfildern
- Wendlingen am Neckar
- Wernau (Neckar)
Landratsamt Esslingen:
Aichwald, Altbach, Altdorf, Altenriet, Baltmannsweiler, Bempflingen, Beuren, Bissingen a.d.T., Deizisau, Denkendorf, Erkenbrechtsweiler, Frickenhausen, Großbettlingen, Hochdorf, Holzmaden, Kohlberg, Köngen, Lenningen, Lichtenwald, Neckartailfingen, Neckartenzlingen, Neidlingen, Neuffen, Oberboihingen, Ohmden, Owen, Reichenbach, Schlaitdorf, Unterensingen, Weilheim, Wolfschlugen.
Sie können den Antrag digital auch über service-bw einreichen: Serviceportal Baden-Württemberg - Stichwort Handwerkerparkausweis
Folgende Unterlagen werden benötigt:
- Antragsformular
- Kopie der Handwerkskarte oder der IHK-Mitgliedsbescheinigung,
- Kopie der Kfz-Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein)
- Foto(s) des/r Fahrzeugs/Fahrzeuge mit geöffnetem Kofferraum und sichtbaren Kfz-Kennzeichen
„Dieses Projekt zeigt, wie durch abgestimmtes Handeln praxisnahe Lösungen entstehen, die dem Handwerk unmittelbar zugutekommen“, so Musolf. Eine regelmäßige Evaluation des Handwerkerparkausweises soll sicherstellen, dass der Ausweis be-darfsgerecht weiterentwickelt wird.
Weitere Informationen und Antragstellung:
Unter https://www.landkreis-esslingen.de/,Lde/start/service/handwerkerausweis.html
Bei der Stadtverwaltung Aichtal oder direkt beim Landratsamt Esslingen bzw. der für den Betriebssitz zuständigen Straßenverkehrsbehörde.
Faltblatt Handwerkerparkausweis ab 14.01.2026 (PDF-Dokument, 146,29 KB)










