Zwei neue gebrauchte Fahrzeuge für die Feuerwehr Aichtal
Zwei neue gebrauchte Fahrzeuge für die Feuerwehr Aichtal
285.000 Euro günstiger und taktisch leistungsfähiger: Stadt und Feuerwehr setzen auf flexibles Konzept mit Gebrauchtfahrzeugen
Die Stadt Aichtal stellt ihr Fahrzeugkonzept der Feuerwehr strategisch neu auf. Anstelle des im Feuerwehrbedarfsplan vorgesehenen Tanklöschfahrzeugs (TLF 3000) und eines Kommandowagens kommen künftig zwei gebrauchte Fahrzeuge zum Einsatz: ein Pickup sowie ein Wechselladerfahrzeug. Das gemeinsam von Feuerwehrführung, Feuerwehrausschuss und dem Arbeitskreis Fahrzeuge entwickelte Modell wurde vom Gemeinderat einstimmig beschlossen.
LF 8 nach über 30 Jahren am Ende der Einsatzfähigkeit
Das bisherige Löschgruppenfahrzeug 8 der Abteilung Grötzingen ist nach mehr als 34 Einsatzjahren technisch verschlissen und gilt nicht mehr als zuverlässig einsatzfähig. Besonders problematisch: Es verfügt über keinen eigenen Löschwassertank. Im Feuerwehrbedarfsplan war deshalb die Ersatzbeschaffung eines TLF 3000 vorgesehen – ein Fahrzeug mit 3.000 Litern Löschwasservorrat.
Da ein TLF jedoch Lieferzeiten von bis zu 40 Monaten aufweist und nur drei Einsatzkräfte aufnehmen kann, suchten Feuerwehrführung und Arbeitskreis nach Alternativen, die sowohl Mannschaftsstärke als auch Einsatzfähigkeit dauerhaft sichern.
Ford Ranger und Mercedes-Benz Actros: Gebraucht, leistungsstark und in Eigenleistung umgebaut
Zur Sicherstellung der Mannschaftskapazität wurde ein Ford Ranger Limited DoKa 4x4 (Baujahr 2019) beschafft. Die Stadt erwarb das Fahrzeug für 28.500 Euro; inklusive feuerwehrtechnischem Ausbau belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 51.000 Euro.
Der Einbau von Funktechnik und feuerwehrtechnischer Beladung erfolgte überwiegend in Eigenleistung durch Angehörige aller drei Abteilungen der Feuerwehr Aichtal. Der Pickup wird bis zur Fertigstellung des neuen Feuerwehrhauses in Grötzingen stationiert und abteilungsübergreifend genutzt.
Als zweites Fahrzeug wurde ein gebrauchter Mercedes-Benz Actros 2551 (Baujahr 2021, 510 PS, 26 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht, 14,5 Tonnen Nutzlast) für rund 100.000 Euro angeschafft. Der feuerwehrtechnische Ausbau wie zum Beispiel die Installation des Blaulichtes oder der Signalanlage wurde in umfangreicher Eigenleistung durch die Mitglieder der Feuerwehr selber umgesetzt.
Der neue Wechsellader schafft ein breites Einsatzspektrum:
- Transport großer Wassermengen
- Mitnahme verschiedener Abrollbehälter, z. B. für Sandsäcke, technische Geräte oder Katastrophenmaterial
- Nutzung über klassische Feuerwehraufgaben hinaus
Ein zusätzlicher Vorteil: Der Bauhof der Stadt Aichtal verfügt ebenfalls über ein Wechselladersystem – damit entsteht eine funktionale Redundanz, die im Einsatzfall beiderseitige Unterstützung ermöglicht.
10.000-Liter-Abrollbehälter Wasser folgt 2026
Im laufenden Jahr beschafft die Stadt den ersten Abrollbehälter der Feuerwehr mit bis zu 10.000 Litern Fassungsvermögen. Dieser wird sowohl für die Löschwasserbereitstellung als auch für die Trinkwassernotversorgung ausgerüstet – ein zentraler Baustein der kommunalen Krisenvorsorge.
Deutliche Kostenersparnis bei voller Einsatzfähigkeit
Die Gesamtkosten des neuen Fahrzeugkonzepts belaufen sich auf rund 340.000 Euro. Ein neues TLF 3000 hätte etwa 650.000 Euro gekostet (abzüglich einer möglichen Landesförderung von bis zu 120.000 Euro), ein Kommandowagen wäre mit weiteren 85.000 € zu Buche geschlagen.
Durch die Kombination aus Gebrauchtfahrzeugen und umfangreicher Eigenleistung im starken Ehrenamt der Einsatzkräfte, kann die Stadt Aichtal rund 285.000 Euro einsparen, ohne Abstriche bei Einsatzfähigkeit oder Sicherheit machen zu müssen. Der Gemeinderat bestätigte das neue Fahrzeugkonzept einstimmig. Bürgermeister Sebastian Kurz betont den verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln:
„Wir erhöhen die Einsatzfähigkeit unserer Feuerwehr und entlasten zugleich den Haushalt. Das zeigt, dass ein gutes Konzept nicht zwingend das teuerste sein muss.“
Auch die Feuerwehr Aichtal unterstützt die Entscheidung ausdrücklich. Kommandant Corvin Steindl erklärt: „Der Pick-up ist für uns eine wichtige Ergänzung, um weiterhin genügend Einsatzkräfte zuverlässig an die Einsatzstelle zu bringen. Darüber hinaus sind 10.000L Löschwasser auf Rädern eine starke Reserve, um für sämtliche Einsätze gewappnet zu sein. Wir freuen uns über die neuen Fahrzeuge und danken Gemeinderat und Verwaltung für die Unterstützung dieses zukunftsorientierten Beschaffungswegs.“














