Seniorenwohnen in Neuenhaus rückt näher
Es gibt wieder eine konkrete Perspektive für seniorengerechtes Wohnen in Neuenhaus: Der Gemeinderat hat den Bebauungsplan „Häfnerstraße – Talstraße – 3. Änderung“ als Satzung beschlossen und damit eine wichtige Voraussetzung für das geplante Seniorenwohnprojekt geschaffen. Der derzeitige Grundstückseigentümer hat signalisiert, die benötigten Flächen an die KIAG aus Stuttgart zu veräußern. Die KIAG möchte das bereits vorgestellte Projekt umsetzen. Läuft alles nach Plan, könnten die Bauarbeiten im kommenden Jahr beginnen. „Wir sind froh, dass wir das Projekt nie aufgegeben, sondern weiter nach einer tragfähigen Lösung gesucht haben“, sagt Bürgermeister Sebastian Kurz.
Wohnangebote für ältere Menschen fehlen
Aichtal braucht zusätzliche Wohnangebote für ältere Menschen. In der Stadt gibt es insgesamt zu wenige barrierefreie Wohnformen für Seniorinnen und Senioren mit Pflegemöglichkeit. In Neuenhaus fehlt ein solches Angebot bislang ganz. Das geplante Projekt an der Häfnerstraße soll deshalb seniorengerechtes Wohnen mit einer Tagespflege verbinden. Ein klassisches Pflegeheim ist derzeit nicht vorgesehen. Viele ältere Menschen möchten auch dann in Aichtal bleiben, wenn sie Unterstützung im Alltag benötigen. Sie sind hier verwurzelt, haben Familie, Freunde und ihr gewohntes Umfeld vor Ort. Dafür braucht es passende Wohnformen.
Projekt hatte erneut auf der Kippe gestanden
Die Stadt verfolgt das Ziel eines Seniorenwohnprojekts an dieser Stelle bereits seit mehreren Jahren. Ende 2024 stellte die KIAG ein neues Konzept vor. Daraufhin brachte die Stadt Anfang 2025 die notwendige Änderung des Bebauungsplans auf den Weg. Im Frühjahr folgte jedoch ein weiterer Rückschlag: Grundstückseigentümer und Investor konnten sich zunächst nicht über die Voraussetzungen für das Projekt verständigen. Die Stadt stellte den geplanten Satzungsbeschluss deshalb zunächst zurück sicherte aber ihre Interessen. Der Gemeinderat beschloss, das vertraglich vereinbarte Wiederkaufsrecht auszuüben. Dieses Recht hat die Stadt inzwischen ausgeübt, der Vollzug ist allerdings noch nicht abgeschlossen.
Stadt brachte die Beteiligten wieder an einen Tisch
Trotzdem gab die Stadt das Seniorenwohnprojekt nicht auf. Die Verwaltung führte die Gespräche weiter und brachte den Grundstückseigentümer und die KIAG gemeinsam an einen Tisch. Sie begleitete die weiteren Abstimmungen und suchte mit den Beteiligten nach einer Lösung, die das Projekt doch noch möglich macht. Diese Gespräche haben Bewegung gebracht. Der Eigentümer hat inzwischen signalisiert, die für das Vorhaben benötigten Flächen an die KIAG zu verkaufen. Noch müssen die Beteiligten die vertraglichen und grundstücksbezogenen Fragen abschließend klären. Parallel schafft die Stadt mit dem Bebauungsplan das notwendige Baurecht.
Flachdach ermöglicht das neue Konzept
Die Änderung des Bebauungsplans betrifft vor allem die Dachform. Bislang sieht der Plan Satteldächer vor. Künftig sind zusätzlich Flachdächer möglich. Damit lässt sich das geplante Seniorenwohnprojekt besser und effizienter nutzen, weil im oberen Geschoss keine Dachschrägen entstehen. Geplant ist ein Gebäude mit drei Geschossen und einem zusätzlichen Staffelgeschoss. Die zulässige Gebäudehöhe verändert sich dadurch kaum. Für das Flachdachgebäude gilt eine maximale Höhe von 13,20 Metern. Ein Gebäude mit Satteldach dürfte bislang bis zu 13,50 Meter Firsthöhe erreichen. Die Flachdächer müssen begrünt werden. Auch eine Kombination aus Dachbegrünung und Photovoltaik ist möglich.
Keine grundlegenden Einwände gegen die Planung
Während der öffentlichen Auslegung gingen keine Stellungnahmen aus der Bürgerschaft ein. Behörden und andere Träger öffentlicher Belange gaben unter anderem Hinweise zu Hochwasser, Entwässerung, Natur- und Artenschutz, Erschließung, Brandschutz und bestehenden Leitungen. Daraus ergaben sich keine Änderungen an den eigentlichen Festsetzungen des Bebauungsplans. Die Stadt nahm lediglich redaktionelle Anpassungen und einen zusätzlichen Hinweis für den Feuerwehreinsatz auf.
Baustart 2027 ist möglich
Wenn die weiteren Verhandlungen wie vorgesehen verlaufen, könnte das Grundstücksgeschäft noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Danach soll die KIAG den Bauantrag einreichen. Läuft auch das Genehmigungsverfahren planmäßig, besteht die Perspektive, 2027 mit dem Bau zu beginnen.









