Stadt Aichtal

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Informationsabend und Ideenworkshop zu Altenhilfeplanung Quartier 2020

„Es kennt sich niemand besser aus, als Sie!“

(wm) Darin waren sich Bürgermeister Lorenz Kruß und Thorsten Mehnert vom „Kuratorium Deutsche Altershilfe“ bei der Informationsveranstaltung mit Ideenworkshop einig: Bessere Experten als die Bürgerschaft selbst gibt es nicht. Niemand weiß besser Bescheid, was fehlt, als die Zielgruppe selbst. Am 12.02.2020 waren zahlreiche Besucher der Einladung in die Festhalle gefolgt, um sich zum Thema Altenhilfeplanung und Quartier 2020 zu informieren. Auch zahlreiche lokale Akteure, wie Diakoniestation, Ärzte, Apotheker usw. waren zu der Veranstaltung eingeladen.

Eine Gesellschaft im Wandel

Bürgermeister Kruß stellte fest: „Wenn man alt wird gibt es neue Herausforderungen. Bedürfnisse und Ansprüche werden anders. Darauf müssen Sie sich und wir uns als Stadt einstellen.“ Es sei ein Prozess, der nachhaltig gestaltet werden müsse. Das Ziel sei, jedem möglichst lange ein selbstständiges Leben mit gesellschaftlicher Teilhabe in Aichtal zu ermöglichen. Er sieht ein unheimlich wertvolles Potenzial in Senioren und Seniorinnen, da sie über eine große Lebens- und Berufserfahrung verfügen. Sie leben außerdem Werte vor. Auch Mehnert sieht im großen Engagementpotential eine Chance. Durch eine bessere Gesundheit wären Ältere auch aktiver und zufriedener. Auch sei diese Lebensphase inzwischen deutlich länger als die der Teenagerzeit. Allerdings ergeben sich aus der älter werdenden Gesellschaft auch Risiken. So wachse die Gruppe der über 80-jährigen. Dadurch nehme auch die Unterstützungs- und Pflegebedürftigkeit zu, wobei das informelle (familiäre) Helferpotential abnehme, unter anderem weil Kinder und Enkel meist weiter weg wohnen. Dazu kommt der Fachkräftemangel. Ökonomische Herausforderungen kommen durch den demografischen Wandel ebenfalls auf die Bevölkerung zu. Neben erhöhten Belastungen in den Sicherungssystemen, steige die Altersarmut. Neben dem Finanziellen gibt es auch im Sozialen Herausforderungen. Die Wünsche im Alter gehen durch unterschiedliche Lebensentwürfe auseinander. Viele Menschen vereinsamen und wünschen sich mehr Gemeinschaft.

Logo Quartier 2020

Quartier 2020

2017 haben sich deshalb 9 Kommunen gemeinsam mit dem Landkreis Esslingen auf den Weg gemacht und sich bei Quartier 2020 beworben, weiß Franziska Hezinger vom Landratsamt Esslingen zu berichten. „Die Strategie „Quartier 2020 – Gemeinsam.Gestalten.“ des Ministeriums für Soziales und Integration unterstützt Städte, Gemeinden, Landkreise und zivilgesellschaftliche Akteure bei der alters- und generationengerechten Quartiersentwicklung. Ziel ist es, lebendige Quartiere zu gestalten – also Nachbarschaften, Stadtteile oder Dörfer, in die Menschen sich einbringen, Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig unterstützen.“ (Zitat von www.quartier2020-bw.de)

Aus den erhaltenen 100.000 € wurden nun folgende Bausteine finanziert: Qualifizierung, Sozialraumanalysen, Beteiligung und Monitoring.

Was Quartier genau bedeutet erklärte Mehnert und zitierte dabei das Ministerium für Soziales und Integration: „Quartiere sind lebendige soziale Räume, in die Menschen sich einbringen, Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig unterstützen.“

Dabei gäbe es vier Säulen: Sozialräumlich (Stadt als gemeinsamer Lebensraum, mit dem sich alle identifizieren können), integriert (ganzheitlicher Blick auf die Lebensumstände und alle Handlungsfelder), vernetzt (Kooperationen und Zusammenarbeit mit allen Akteuren) und partizipativ (Beteiligung und Engagement).

Die Präsentation von Thorsten Mehner können Sie HIER als PDF-Datei herunterladen

Ideenworkshop

Um Partizipation ging es bei den anschließenden Gesprächen. Jeder Besucher konnte etwas zum Thema Wohnen, Versorgungs- und Infrastruktur beisteuern: Was gibt es in Aichtal schon? Was fehlt in Aichtal? Mit welchen Maßnahmen könnte man Lücken schließen?

Pinnwand mit Ideen zu Wohnen

Bei Wohnen wurde bezahlbarer, altersgerechter Wohnraum gewünscht. Mehrgenerationenwohnen war hier auch ein oft genannter Wunsch, der Begegnungen über mehrere Generationen schaffen, Unterstützung geben und bekommen sowie eine wählbare Pflegehilfe beinhalten sollte. Außerdem wurden der große Leerstand bemängelt und Genossenschaftswohnformen angeregt.

Pinnwand mit Ideen zur Versorgungsstruktur

Bei der Versorgungsstruktur wurden unterschiedlichste Ideen eingebracht. So zum Beispiel eine Telefonkette, mit der man überprüfen kann, ob es einem gut geht, Angebote am Abend für berufstätige Senioren sowie Seniorinnen, eine Tauschbörse für Hilfeleistungen oder eine Plattform mit Informationen.

Pinnwand mit Ideen zur Infrastruktur

Die Wünsche bei der Infrastruktur umfassten unter anderem eine verbesserte Verkehrssicherheit und -beruhigung, Begegnungsmöglichkeiten für Jung und Alt, fußläufig erreichbare Einkaufsmöglichkeiten oder barrierefreie öffentliche Gebäude (Bücherei, Rathaus und Häfnersaal). Ein großer Punkt war hier auch die Mobilität. Wolfgang Schröder, ein Aichtaler Bürger, zum Beispiel wünscht sich eine bessere Verbindung nach Stuttgart, um dortige Kultureinrichtungen auch am Wochenende und am Abend mit dem ÖPNV besuchen zu können. Er sagt: „So viele Kultureinrichtungen kann man in Aichtal gar nicht bauen.“ Neben der Verbesserung des ÖPNV durch mehr und besser ausgebaute Haltestellen sowie höhere Taktungen, wurde der Bürgerbus angesprochen. Der Bürgerbus ist ein gutes Beispiel für Engagement aus der Bevölkerung für die Bevölkerung. Es kam dazu aber der Wunsch auf, dass dieser ortsteilübergreifend fahren solle, was leider aus gesetzlichen Gründen nicht möglich ist. Wenn eine Veranstaltung sei, wäre es auch gut, wenn der Bürgerbus fahren würde.

Es wurden noch viele weitere Ideen zusammengetragen, die auf Stelltafeln festgehalten wurden.

Ausblick

Im nächsten Schritt wird anhand der Veranstaltung und Erfahrungswerten aus anderen Kommunen ein Fragebogen entwickelt, der im März/April an alle Personen 60+ verschickt wird. Dabei ist ein hoher Rücklauf wichtig, doch Bürgermeister Kruß weiß: „Auf meine Aichtaler kann ich mich verlassen.“ Zudem sind im Sommer Stadtteilspaziergänge geplant. Aus allen Erkenntnissen soll dann ein allumfassender und nachhaltiger Altenhilfeplan erstellt werden.

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