Stadt Aichtal

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"Es könnt so schee sei uf d´r Welt, wenn m´r in der Fremde net fremdelt."

v. l.: Ida Ott (Hildegard), Dietlinde Ellsässer (Josefe) und Gina Mass (Emma)
v. l.: Ida Ott (Hildegard), Dietlinde Ellsässer (Josefe) und Gina Mass (Emma)

- Neues aus dem Dohlengässle in der Stadtbücherei Aichtal
 
(tab) Schon ganz ungeduldig warten die beiden Freundinnen Hildegard und Josefe auf ihren Besuch. Der Tisch ist bereits gedeckt, der Kaffee in der guten alten Kanne wartet nur darauf eingeschenkt zu werden. Schnell werden noch die eigenen Englischkenntnisse überprüft, „au wenn es net „so the yellow from the egg“ isch“, wie Josefe feststellt. Wer weiß, ob die neue Nachbarin die beiden überhaupt versteht? Schließlich hat sie sich nur telefonisch angekündigt, mehr ist von ihr nicht bekannt.
In der bis auf den letzten Platz ausverkauften Stadtbücherei Aichtal, warten deshalb am Sonntag auch die Besucher bereits gespannt, auf die Neuigkeiten aus dem Dohlengässle. „Jetzt Grüss Gott“ heißt das neue schwäbische Programm, mit dem das Trio Dietlinde Ellsässer alias Josefe, Ida Ott als Hildegard und Emma, die Neue, gespielt von Gina Mass hier zur blauen Stunde auftritt.  
Dann endlich ist es so weit. Stürmisch kommt der Besuch hereingerannt und Josefe und Hildegard merken schnell, die Neue aus Australien ist irgendwie anders. Außerdem heißt „Outback“ heißt nicht wandern ohne Gepäck, wie Josefe und Hildegard erfahren, sondern „von ganz weit her“. Quasi von jwd, erklärt Emma. „Ah, so wie Neuahaus“ ziehen die beiden Freundinnen den lokalen Vergleich und haben die Lacher im Publikum auf ihrer Seite.

Safe the waste und wenn es ein schwäbischer Hefezopf ist
Safe the waste und wenn es ein schwäbischer Hefezopf ist
Schmeckt der wirklich?
Schmeckt der wirklich?

Als Gastgeschenk, hat Emma einen guten schwäbischen Hefezopf in der Hand. Allerdings wehrt die Freude über das schwäbische Mitbringsel bei den beiden Freundinnen nur kurz, denn Emma bekennt: „Ich bin Mülltaucherin!“ und fordert auf: „Rettet die Lebensmittel. Taste the waste“, warum die gute Ware verkommen lassen? Ein gekonnter Seitenhieb auf unsere Überflussgesellschaft, die viel zu viel Essensmüll produziert. Herrlich mitanzusehen, wie sich Hildegard und Josefe schwer tun, die gerettete Ware zu essen, angewidert beißen sie in den Zopf, tunken ihn in Kaffee und würgen ihn runter. Das Publikum hat seinen Spaß daran. Die Neue aus dem Outback wirbelt mit ihrem quirligen jungen Blut, das schwäbische Dohlengässle schwer durcheinander. Bringt mit ihren Impulsen, Schwung in die biedere Nachbarschaft und das nicht nur, weil ihr leidenschaftlicher missionarischer Einsatz in Australien auch vor Priestern keinen Halt macht. Dabei ist sie doch eigentlich eine von ihnen. Schwäbisch geprägt, weil großgeworden in Pfronstetten und mit dem Dialekt bestens vertraut. Erst später verschlug es sie in die weite Welt und das nicht nur, um die Männerwelt unsicher zu machen. „In Neapel hat ein Gigolo ein Auge auf mich geworfen, er hatte so viel Haare unter den Achseln als habe er Tina Turner im Schwitzkasten gehabt,“ schwärmt Emma und bekommt ihren Dämpfer von den beiden anderen.
Wie bei jedem anderen Kaffeeklatsch unterhält sich das Trio über „sell und jenes“. Dabei machen sie weder vor der Werbung halt: „Willscht du die schenschte in dr Stub sei, dann iss Seitenbacher Müsli.“ Noch kommt die Kirche ungeschoren davon, denn die Frauen stellen fest: Nicht jeder der aus der Kirche kommt, wird ein guter Christenmensch. „Des isch wie wenn m´r in d´Garage goht, da wird ma au koi Auto.“ Die Stadtbücherei bebt vor Lachen.
Mit musikalischen Beiträgen lockert das Trio die knitzen und schnellen Wortgefechte auf und beweist, dass sie nicht nur mit gewitzter, aufgeweckter Unterhaltung aufwarten, sondern auch über beeindruckende Stimmen verfügen.
Mit Songs von Udo Jürgens „Griechischer Wein“ über Schwoißfuaß „Oiner isch immer d´r Arsch“ bis hin zu „Bei mir bist de schein“ von den Andrew Sisters, geben sie diese zum Besten. Denn singen hilft bekanntlich gegen Viren, Bakterien „ond allem anderen lumpe Kruscht“ und führt letztendlich bei dem Trio zur Erkenntnis: „Es könnt so schee sei uf d´r Welt, wenn m´r in der Fremde nett fremdelt.“
Bisher sind Dietlinde Elsässer (Josefe) und Ida Ott (Hildegard) zusammen aufgetreten und begeisterten als „die zwei aus dem Dohlegässle“ ihr Publikum. Mit Gina Maas (Emma) treten sie seit kurzem als Trio auf. Gina Maas ist allerdings keine Unbekannte, sondern spielt, genauso wie die anderen, bereits seit langem im Theater Lindenhof. Nun ergänzt sie das einstige Duo. Mit ihrer frischen Art überzeugt sie als die „Neue im Dohlengässle“ das Publikum in der Stadtbücherei auf Anhieb und ernteten mit ihrem Programm tosenden Applaus für einem kurzweiligen, unterhaltsamen Abend.

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