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Alternative Flugroute am Flughafen Stuttgart: Auswirkungen auf die Stadt Aichtal wurden vollständig unter den Tisch fallen gelassen

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
 
am Montag 27.09.2021 nahm Bürgermeister Sebastian Kurz an der Sitzung des Ortschaftsrats von Nürtingen-Hardt, in der es um die geplante Änderung der Abflugroute am Flughafen Stuttgart ging, teil. Bis heute hat die Stadt Aichtal von behördlicher Seite keine Informationen über das geplante Verfahren erhalten.
Am 03.05.2021 wurden die Kommunen von der Fluglärmkommission Stuttgart über die Planungen informiert - jedoch nicht die Stadt Aichtal.
Am 26.07.2021 erfolgte eine weitere Informationsveranstaltung der Fluglärmkommission für die betroffenen Kommunen, die nicht in der Fluglärmkommission vertreten sind. Die Stadt Aichtal wurde erneut nicht beteiligt und es liegen der Stadtverwaltung nach wie vor keine Informationen der Fluglärmkommission zum Verfahren vor.
Erst auf Nachfrage beim Verkehrsministerium erhielt die Stadt Aichtal von der Fluglärmkommission nun die Möglichkeit, bis zum 15.10.2021 eine Stellungnahme einzureichen. Offizielle Informationen darüber, wie sich der Fluglärm auf Aichtal auswirken wird, haben wir von der Fluglärmkommission bis heute nicht erhalten - Informationen mussten wir uns über benachbarte Kommunen einholen.
 
Wir wurden erstmals durch einen Bericht vom 06.08.2021 in der Stuttgarter Zeitung über die Planung zur neuen Abflugroute informiert.
 
Am 25.08.2021 hat die Stadt Aichtal das Verkehrsministerium, die Fluglärmkommission und die Deutsche Lufthansa um eine grafische Darstellung der Lärmwerte (L-AMax) für folgende Bereiche (analog zur Visualisierung für die Kommunen Wolfschlugen und Nürtingen) gebeten:
· Rosenstraße / Hoher Rain in Aichtal-Grötzingen
· Höhenweg / Friedhof in Aichtal-Grötzingen
· Schulstraße in Aichtal-Grötzingen
· Grötzinger Straße / Friedhof in Aichtal-Aich
· Karl-Mörike-Straße / Bergstraße in Aichtal-Aich
· Schönbuch Straße in Aichtal-Neuenhaus
· Sandäckerweg in Aichtal Neuenhaus
 
Die Darstellung der Lärmwerte wurde uns bis zum 22.09.2021 versprochen. Stand 28.09.2021 liegen uns keine Werte vor.
 
Aus einem Schreiben des baden-württembergischen Verkehrsministeriums geht hervor, dass die geplante neue Flugroute vorsieht, dass Luftfahrzeuge bei Starts in Richtung Osten besonders steil starten und früher in Richtung Süden (Wolfschlugen, Hardt, Grötzingen) abdrehen. Dadurch würden Orte wie Plochingen und Nellingen vom Fluglärm entlastet werden. Neuhausen auf den Fildern, Wolfschlugen, Denkendorf, Köngen, Nürtingen, Neckartailfingen und Aichtal werden dadurch aber mehrbelastet und somit wären letztendlich deutlich mehr Menschen vom Fluglärm betroffen als bisher. Hinzu kommt, dass die Flugzeuge dann deutlich niedriger und unter Volllast im Steigflug über die oben genannten Orte fliegen.
 
Die Stadt Aichtal hat Vertreter der Fluglärmkommission, den Lärmbeauftragten des Flughafen Stuttgart, die Deutsche Lufthansa und die Eurowings in die Gemeinderatssitzung am 29.09.21 eingeladen. Aufgrund von Terminüberschneidungen wurde die Präsentation und Information der Bevölkerung auf die Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik am 6.10.2021 verschoben. Sehr überraschend haben der Lärmbeauftragte des Stuttgarter Flughafen und die Fluglärmkommission eine Teilnahme an der Sitzung in Aichtal abgesagt. Man sei nicht zuständig hieß es vom Lärmbeauftragten, der beim Regierungspräsidium Stuttgart angesiedelt ist. Die Fluglärmkommission ist der Ansicht, dass mit den Vertretern der Eurowings/Lufthansa ausreichend fachlicher Sachverstand vertreten sei.
Der Vertreter von Eurowings hat nun ebenfalls kurzfristig abgesagt.
 
In der Zwischenzeit hat sich auch unser Ministerpräsident und Wahlkreisabgeordneter Winfried Kretschmann zum Verfahren geäußert. In einem Schreiben heißt es: „In Bezug auf die aktuell laufenden Beratungen zu angedachten Abflugroutenänderungen des Flughafen Stuttgart bin ich der Fluglärmkommission dankbar, dass sie alle betroffenen Kommunen von Anfang an in die Disksussion eingebunden hat. Dies auch unabhängig davon, ob die betroffene Kommune Mitglied der Fluglärmkommission Stuttgart ist oder nicht. Darum teile ich Ihre Einschätzung, dass über die Köpfe der Beteiligten hinweg entschieden wird, nicht.“
 
Das Vorgehen der Fluglärmkommission, der Deutschen Flugsicherung, der Lufthansa und von Eurowings hat mit einem transparenten Verfahren, bei welchem die Beteiligung der Kommunen und insbesondere der Bevölkerung berücksichtigt werden, wenig zu tun. Dem Anschein nach stehen hier persönliche Bestrebungen einzelner Akteure nach einem schnellen politischen Erfolg innerhalb der Fluglärmkommission im Vordergrund. Diese Vorgehensweise kann von uns nicht akzeptiert werden.
 
Nun kommt es darauf an, dass alle betroffenen Kommunen im Schulterschluss und gemeinsam mit den Gemeinderäten und der Bevölkerung einen klaren Appell an die Institutionen und Entscheidungsträger richten: Eine bereits für den 02. November 2021 vorgesehene Grundsatzentscheidung über die neue Abflugroute TEDGO darf nicht erfolgen, da die aktuell vorliegende Informationsbasis unvollständig und in Teilen widersprüchlich ist. Ich freue mich, dass sich der Landtagsabgeordnete Dennis Birnstock dem Anliegen einiger betroffener Kommunen angenommen hat. Der FDP-Abgeordnete kritisiert, dass bei einer Umsetzung der Pläne zur neuen Flugroute nicht mit allen Betroffenen diskutiert werde und mehr Fluglärmbetroffene geschaffen würden: „Bei genauerem Hinsehen wird klar, dass die von der Fluglärmkommission diskutierten Pläne, eine alternative Abflugroute zu nutzen, keine ausreichende Entlastung der bisher betroffenen Orte schafft. Besonders bemerkenswert ist zudem die Tatsache, dass die Kommunen, die von der neuen Abflugroute Neu- und Mehrbelastungen zu erwarten hätten, nicht Mitglied der Fluglärmkommission sind, welche zur neuen Flugroute offiziell angehört wird. Interessant ist auch, dass die ebenso betroffene Kommune Aichtal vollständig unter den Tisch fällt“, so Dennis Birnstock wörtlich.
 
Bürger können sich bei Fragen und Sorgen zur geplanten Routenänderung direkt an den Vorsitzenden der Fluglärmkommission Stuttgart, Herr Bolay (oberbuergermeister@ostfildern.de), den Lärmbeauftragten des Flughafen Stuttgart, Herrn Köhler (lsb@rps.bwl.de) und an die Geschäftsführerin der Fluglärmkommission Stuttgart beim Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, Frau Kapp (jennifer.kapp@vm.bwl.de) wenden.
 
Die Bevölkerung ist zu der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Umwellt und Technik am 6.10.2021 in der Festhalle in Aich, an der auch ein Vertreter von Lufthansa teilnehmen wird, herzlich eingeladen.

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