Stadt Aichtal

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Aus dem Gemeinderat vom 02.05.2018

Aus dem Gemeinderat

(zal) Die letzte Gemeinderatssitzung am 2.5.2018 begann mit der Bürgerfragestunde. Einziges Thema der Bürgerfragestunde war die Sanierung der Ortsdurchfahrt Aich und die damit verbundenen Verkehrsbeschränkungen und Busfahrpläne. Die Bürger wünschen eine freie Durchfahrt auch für Neuenhäuser Bürger, die sich bei der derzeitig geltenden Vollsperrung als Bürger zweiter Klasse sehen. Ebenfalls bemängelt wurden die Fahrzeiten der Buslinien. Teilweise gibt es lange Aufenthalte in Aich, weil Anschlussbusse bereits gefahren sind. Beanstandet wurde außerdem, dass Schüler aus Neuenhaus sehr früh morgens losfahren müssen, dann aber lange vor Unterrichtsbeginn in der Schule sind. Gefordert wurde zudem die Einrichtung einer Ersatzhaltestelle Bombach. Bürgermeister Kruß und der Verwaltung sind diese Probleme bewusst. Grund für die Vollsperrung sind arbeitssicherheitsrechtliche Vorschriften, über die nicht hinweggegangen darf. Der Bürgermeister sagte jedoch zu, die Anliegen der Bürger nochmals an die zuständigen Stellen weiterzugeben.

Umbau des Ricoten-Spielfeldes in Neuenhaus
Als Experte war bei diesem Tagesordnungspunkt Marco Münster, Sachverständiger für Sportplatzbau, anwesend. Der Zustand des 2007 gebauten Ricoten-Spielfeldes in Neuenhaus und mögliche Sanierungsoptionen beschäftigten den Gemeinderat in der Vergangenheit mehrfach. Unstrittig ist, dass der Platz derzeit für den aktiven Spiel- und Trainingsbetrieb nicht genutzt werden kann.
Münster stellte fest, dass er bei diesem Sportplatz ungewöhnliche Zustände antraf. So erfolgt der Wasserabfluss beispielsweise diagonal, also über den längsten Weg. Eine Drainage ist zwar vorhanden, aber nicht so, wie in den Plänen eingezeichnet. Der technische Aufbau des Platzes ist überarbeitungswürdig. Als Belag für diesen Platz kommen Rasen oder Kunstrasen in Frage. Der Ricotenbelag ist nicht funktionell und erinnert eher an Kompost. Deshalb muss die oberste Schicht vollständig entfernt und einer Wiederverwertung zugeführt werden. Gebaut werden kann entweder in funktionaler Bauweise oder DIN-Bauweise. Letztere hat größere Leistungsanforderungen beispielsweise an das Längs- und Quergefälle, ausreichend ist durchaus aber auch eine funktionale Bauweise. Der Fußballspieler merkt hier keinen Unterschied. Zudem ist sie kostengünstiger.

Für einen Kunstrasen spricht dessen Belastbarkeit. Er kann bei jedem Wetter schadlos bespielt werden, auch bei vielen Trainingsstunden. Der Pflegeaufwand ist geringer, seine Lebensdauer liegt bei circa 15 Jahren. Unter dem ökologischen Aspekt gesehen ist er schlechter als ein Rasen, da der Kunststoffbelag fachmännisch entsorgt werden muss. Die Kosten für einen Austausch liegen bei 160.000 Euro.

Die Haltbarkeit eines normalen Rasens liegt ebenfalls bei circa 15 Jahren, der Austausch kostet allerdings nur 50.000 bis 70.000 Euro. Würde man Rollrasen verwenden, wäre das nochmals 50.000 Euro teurer. Nachteil eines Rasenplatzes ist, dass er von Herbst bis März nicht bespielt werden kann und für viele Trainingsstunden eher weniger geeignet ist.
Den Stadträten war es ein Anliegen, die beim Ricotenplatz gemachten Fehler nicht zu wiederholen. Auf Nachfrage erklärte Münster, dass seiner Meinung nach an dieser Stelle in Neuenhaus nur ein Kunstrasen in Frage kommt. Bereits jetzt ist dort Flutlicht vorhanden, was für eine Nutzung auch im Herbst und Winter spricht.
Verschiedene Stadträte waren der Ansicht, dass man es den beiden Sportvereinen aus Neuenhaus und Aich schuldig ist, ihnen ebenfalls einen Kunstrasenplatz zur Verfügung zu stellen. Damit würde auch die ungute Trainingssituation im Winter auf dem Grötzinger Kunstrasenplatz entlastet. Mit einer funktionalen Bauweise war die Mehrheit einverstanden. Wiederum andere Stadträte hatten Probleme mit dem Kunststoff, auch stellten sie die Frage, ob der Bedarf überhaupt einen Kunstrasen rechtfertigt. Begründet wurde dies mit der überaus schlechten Finanzsituation der Stadt Aichtal. Für Unvorhergesehenes, wie beispielsweise die Schaffung neuer Kindergartenplätze, braucht die Stadt ebenfalls noch Spielraum.
Einig war man sich, dass der Gemeinderat hier eine sehr schwierige Entscheidung treffen muss. Noch vor zwei Jahren ging man von Kosten aus, die bei circa 150.000 Euro für einen Rasenplatz lagen. Inzwischen ist man bei knapp 400.000 Euro für einen Kunstrasenplatz.
Nach der leidenschaftlich geführten Diskussion sprach man sich einmütig für eine Beschlussfassung über den Kunstrasenplatz in der nächsten Gemeinderatssitzung aus, da bis dahin genau feststeht, ob die Stadt einen Zuschuss erhält. Zeit geht dadurch nicht verloren, da man ohnehin im Herbst wirtschaftlichere Angebot erhält.

Kindergartenbedarfsplanung
Nachdem der Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung am 18.4.2018 lediglich Kenntnis von der vorgelegten Kindergartenbedarfsplanung nahm und empfahl, eine Besichtigung des Kindergartens Pavillon durchzuführen, erfolgte die Besichtigung dieses Kindergartens sowie des Kindergartens Schönblick am 25.4.2018.
Manche Stadträte empfinden eine eventuelle Wiederinbetriebnahme des Kindergartens Pavillon als problematisch. Das Gebäude war zwei Jahre außer Betrieb, nachdem es damals wegen Geruchsbelästigungen und des Umzugs der Gruppen in die Kindertagesstätte Weckholder geschlossen wurde. Vor einer erneuten Inbetriebnahme muss deshalb ein neues Gutachten erstellt werden, das Gesundheitsgefährdungen ausschließt. Einig war man sich jedoch, den Kindergarten Schönblick nicht zu reaktivieren. Die zu investierenden Kosten erschienen den Räten für eine Nutzung von nur zwei bis drei Jahren als zu hoch. Stattdessen sollte das Gelände  vermarktet werden und zu einer Verbesserung der städtischen Finanzen beitragen.
Viele Stadträte waren der Meinung, dass die nur noch im Eingangsbereich feststellbare leichte Geruchsbelästigung in den Griff zu bekommen ist. Der Kindergarten Pavillon wurde im Bereich, in dem der Geruch feststellbar war, gründlich saniert. Er ist in einem sehr guten Zustand und könnte binnen kürzester Zeit wiedereröffnet werden. Sie sahen zudem in diesem Kindergarten die einzige Möglichkeit, schnell die benötigten Plätze zu schaffen. Immerhin steht für 35 angemeldete Kinder kein Platz zur Verfügung. Einig war man sich jedoch, bei Vorliegen gesundheitlicher Bedenken von einer Wiedereröffnung abzusehen. Ein neuerliches Gutachten wird dies feststellen. Bürgermeister Kruß bemerkte hierzu, dass nie eine Gesundheitsgefährdung bestand. Das letzte Gutachten bestätigte, dass die getroffenen Maßnahmen gegriffen haben und Verbesserungen eintraten. Mit dem damaligen Gutachter wurde inzwischen bereits Kontakt aufgenommen.
Die Verwaltung gab noch kurz Erläuterungen zu den vorliegenden Anmeldungen. Die Eltern wünschen überwiegend verlängerte Öffnungszeiten, keine Ganztagesbetreuung. Eine Ganztagesbetreuung könnte im Kindergarten Pavillon zudem aufgrund der Raumanforderungen nicht realisiert werden. Abschließend wurde beschlossen, den Kindergarten Pavillon zu Beginn des neuen Kindergartenjahres wieder in Betrieb zu nehmen. Sollte das Gutachten neue Gesichtspunkte wie beispielsweise eine zu befürchtende Gesundheitsgefährdung ergeben, wird der Gemeinderat über eine Inbetriebnahme erneut beraten.
Aufgegriffen wurde kurz auch noch das Thema Waldkindergarten. Die Verwaltung wird dieses Projekt positiv und aktiv begleiten. Dort können 10 bis 20 Plätze geschaffen werden, die den Druck auf die Stadt für die Schaffung von Kindergartenplätzen etwas abmildern.

Annahme von Spenden
Nach der Gemeindeordnung ist die Zustimmung des Gemeinderats für die Annahme von Spenden notwendig. In den letzten Monaten sind einige Spenden bei der Stadt Aichtal eingegangen, deren Annahme der Gemeinderat ohne weitere Aussprache zustimmte.

Verschiedenes
Thema unter diesem Tagesordnungspunkt war die Kindertagesstätte Weckholder. Dort weist kein Schild oder dergleichen darauf hin, was dieses Gebäude ist. Derzeit werden jedoch Holzmännchen bemalt, die im Außenbereich aufgestellt werden soll und auch die Wandgestaltung ist ein Thema. Außerdem wurde nochmals das Thema der Bürgerfragestunde, die Sanierung der Ortsdurchfahrt, aufgegriffen. Auch manche Stadträte bemängelten, dass Neuenhaus abgeschnitten ist. Um nicht noch mehr Unmut heraufzubeschwören, sollte die Verwaltung dafür Sorge zu tragen, dass die Baustelle sich auch tatsächlich als echte Baustelle darstellt. Dann verstehen die Verkehrsteilnehmer notwendige Sperrungen und Umleitungen besser. Die Firma Brodbeck arbeitet derzeit an der Brücke. Die Firma Rebmann führt bereits Kabelarbeiten durch und kommende Woche wird die Firma Brodbeck mit den Kanalarbeiten anfangen. Ein Stadtrat beantragte, eine Live-Webcam an der Baustelle zu installieren, um alle über den Baufortschritt auf dem Laufenden zu halten.

Es wird darauf hingewiesen, dass inzwischen bereits eine Besichtigung der Baustelle mit Polizei und Landratsamt stattfand. Diese hatte eine Verbesserung der Umleitungs-beschilderung sowie eine Änderung der Absperrung zur Folge. Auf die Bekanntmachung an anderer Stelle dieses Amtsblattes wird verwiesen.

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