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Wer fest an seine Wünsche glaubt, für den gehen sie in Erfüllung

Kathinka Marcks begeistert mit ihrer Erzählart das junge Publikum
Kathinka Marcks begeistert mit ihrer Erzählart das junge Publikum

(tab) Eigentlich ist so kurz nach Weihnachten die Zeit des Wünschens für die Kinder vorbei, sollte man meinen. Trotzdem lud die Stadtbücherei Aichtal am Freitag interessierte Mädchen und Jungen zur Kinderwintergeschichte „Das Wünschen lernen“ ein. Erzählt von Kathinka Marcks. Bereits beim Betreten der Stadtbücherei fällt auf, der Raum ist hell erleuchtet, eine Kulisse fehlt, genauso wie Musikinstrumente oder Musikabspielgeräte. Nur ein bunter Teppich liegt auf dem Boden. Viel mehr Equipment benötigt Kathinka nicht, um die Kinder in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen, das wird schnell klar. Gemütlich auf dem Boden sitzend warten die Kleinen schon ganz gespannt als die Erzählerin die Bühne betritt. Bereits mit der Begrüßung bindet sie ihr Publikum ins Geschehen mit ein, erkundigt sich bei den Jungen und Mädchen, ob und welche Wünsche ihnen an Weihnachten erfüllt wurden. Mit Begeisterung berichten die Kinder von ihren erhaltenen Geschenken, wie dem Einhorn-Mäppchen oder der Transformer-Figur und traurig von den Dingen, die nicht in Erfüllung gingen, wie beispielsweise das heißersehnte Handy. Genau an diesem Punkt setzt Kathinka ihre Geschichte an, ermuntert die kleinen Besucher fest an ihre Wünsche zu glauben und lenkt mit den sanften Tönen der „Ohren auf Maschine“, die sie auch „macht Ohren größer Maschine“ nennt, die Aufmerksamkeit auf sich, hin zur Geschichte von Laura, die endlich so groß sein möchte wie ihr großer Bruder. In ständiger Interaktion mit dem Publikum erzählt sie die Geschichte, möchte von den Kleinen wissen, wie weit sie zählen können, um das Alter von Laura zu veranschaulichen. Immer ganz nah an den Mädchen und Jungen, spinnt sie die Erzählung weiter, nimmt Ideen auf, schneidet mit ihnen Grimassen, motiviert sie das Publikum mit gemeinsam gesungenen Liedtexten, sich Dinge zu trauen, auch wenn sie mal daneben gehen.

Mutig in den Handstand
Mutig in den Handstand

Fordert die Jungen und Mädchen zum Handstand auf dem Teppich auf, nachdem sie den Kindern ihren Purzelbaum als Salto verkauft hatte. Die Kleinen sind gebannt, weichen keine Sekunde vom Geschehen ab und nehmen die Interaktion mit Begeisterung auf, steuern ihre Ideen bei, zur Impro-Geschichte, die Kathinka aus dem Stehgreif für sie erfindet. Hier spielen, auf Wunsch der Kinder, ein Hund und ein Pferd die Hauptrollen. Die beiden besten Freunde setzen sich bei ihrem Abenteuer gegen Wolf, Bär und Räuber zur Wehr und vermitteln den Kindern nebenbei, gemeinsam mit Freunden und scharfsinnigen Ideen können schwierige Herausforderungen erfolgreich bewältigt werden.
Die Erfahrung macht auch Laura, deren sehnlichster Wunsch es immer noch ist, so groß wir ihr Bruder zu sein und die ihm in allem nacheifert, auch am Klettergerüst für das sie augenscheinlich noch zu klein ist und deshalb dort von ihrem großen Bruder gerettet wird. Ihrem Traum kommt die kleine Laura ein Stückchen näher als sie eine Sternschnuppe sieht und sie quasi über Nacht ein ganzes Stück gewachsen ist.
Ausdrucksstark, mit Mimik und der Betonung der Worte fesselt Kathinka ihr Publikum und lässt es in ihre Geschichten eintauchen, ganz ohne mediale Hilfe, allein über die Interaktion. Eine tolle Erfahrung, in der heutigen medienüberfluteten Welt, dass es immer noch gelingt, die Mädchen und Jungen auch mit einfachen Mitteln zu begeistern. Dabei ist Kathinkas Leidenschaft Geschichten zu erzählen, nicht nur für die Kinder zu spüren.

Wunschrakete statt Sternschnuppe für das junge Publikum
Wunschrakete statt Sternschnuppe für das junge Publikum
Die
Die "Ohren auf Maschine" bindet die Aufmerksamkeit

Ausgelöst wurde ihre Begeisterung für dieses Genre im Schwarzwald. Dort faszinierte sie bei einer Veranstaltung der Erzählstil der Indianer, denen sie zuhörte. Später auf der Insel Réunion spürte sie, wie sehr sie diese Art des Geschichtenerzählens berührte. Laut Kathinka Marcks gibt es auf der Insel noch viele Analphabeten, die auf diese Weise mehr über die Insel erfahren. Es sei erstaunlich wie viel Kraft von dem Ort ausgehe und wie sehr lebendig die Geschichten mit der Gemeinde verwurzelt seien, weiß Marcks zu berichten. Über die Geschichten, die Seele des Ortes kennenzulernen und das Selbstbewusstsein zu erfahren, das mache für sie Heimat aus, schwärmt sie. Die Begeisterung hat sie nicht losgelassen, deshalb habe sie Kurse gesucht, um das Erzählen zu lernen, beschreibt Marcks ihren Weg. In England ist sie dann fündig geworden und studierte Geschichtenerzählen. „In Deutschland haben wir eine große Kultur der geschriebenen Sprachen“, weiß Marcks zu berichten. „Es ist keine Kultur der oralen Sprache“, bedauert sie. „Bei uns stehen die Klänge und Rhythmen wie im Poetry-Slam im Vordergrund, nicht die Bilder“ verdeutlicht Marcks und man spürt die Leidenschaft, die sie für das bildhafte Erzählen empfindet. „Die Kinder sind deshalb großartige Lehrer,“ freut sich die Erzählerin und fügt an „Man merkt gleich, wenn sie nicht mehr zuhören.“ Doch ihr Repertoire umfasst nicht nur Kinder. Auch für Erwachsene hält sie eine Programmauswahl zur Verfügung und gibt Workshops. Viel arbeitet sie zwischenzeitlich auch mit Flüchtlingen und versucht ihnen spielerisch über Erzählungen die Deutsche Sprache nahe zu bringen. „Denn nur wenn man weiß, wer man ist und wo man steht, kann man eine Sprache verstehen und lernen“, weiß Kathinka Marcks zu berichten.

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