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Besuch beim Bahnprojekt S21 (Stuttgart - Ulm)

Unter diesem Motto stand vor einigen Tagen eine Ausfahrt zur Besichtigung der Neubaustrecke Wendlingen – Ulm.
 
Um 13:00 Uhr war Start mit 2 Feuerwehr Autos in Aich.
Über die BAB A8 ging es bis nach Weilheim. Auf dem dortigen P+R Parkplatz stiegen wir in einen bereitstehenden Omnibus um, der uns zum Startpunkt ins Besucherzentrum nach Weilheim brachte. Dort nahm uns unser Führer Otto Krautwasser in Empfang und erklärte uns den weiteren Ablauf.

Gruppenbild am Standort Weilheim
Gruppenbild am Standort Weilheim

In einer sehr interessanten und umfangreichen Präsentation erklärte er uns die einzelnen Stationen des Bauwerkes Schnellbahnstrecke Wendlingen – Ulm. Im knapp 15 km langen Planfeststellungsabschnitt (PFA) 2.2 Albaufstieg erklimmt die Neubaustrecke die Schwäbische Alb mit einem Höhenunterschied von rund 500 m. Während sich die Autobahn in zahlreichen Kurven bergauf windet, löst sich die Neubaustrecke von der Fernstraße und nimmt den direkten Weg durch den Berg: Der Großteil des Anstiegs wird dabei im 8,8 km langen „Boßlertunnel“ bewältigt – dem längsten Tunnel der Neubaustrecke.
Bei Mühlhausen im Täle tritt die Trasse kurzzeitig an die Oberfläche, um auf zwei eingleisigen Brücken (485 und 472 m lang) das Fils Tal zu überqueren. Der übrige Anstieg wird im 4,8 km langen „Steinbühltunnel“ bewältigt.
 
Daten und Fakten zur Neubaustrecke:
Gesamtstreckenlänge:                                      59,6 km
davon Tunnelstrecke:                                       30,4 km
Tunnel (>500m):                                               5
Eisenbahnüberführungen:                                17
Straßenbrücken:                                               20
Daten und Fakten zum PFA 2.2:
Länge des Abschnitts:                                      14,6 km
davon Tunnelstrecke:                                       13,6 km
Tunnel:                                                              2
Größte Überlagerung (Boßler):                         ca. 280 m
Geringste Überlagerung (Winkelbachtal):         ca. 20 m
Eisenbahnüberführung:                                    1
 
Daten und Fakten zur Filstalbrücke:
Brückenlänge:                                                  485 und 472 m
Brückenhöhe:                                                   85 m (inkl. Ausstattung)
Pfeilerhöhe:                                                     bis zu 75 m
Eine der höchsten Eisenbahnbrücken in Deutschland
 
Der Tunnelbau erfolgt je nach Bodenbeschaffenheit in:
Spritzbetonbauweise:
Lösen, Laden, Betonieren
Um den Hohlraum für den späteren Tunnel zu erstellen, brechen die Mineure zunächst Meter für Meter Fels und Gestein aus dem Bergmassiv heraus. Unmittelbar nach dem Ausbruch wird der entstandene Hohlraum durch vorgefertigte Rundbögen, Stahlmatten und durch das Aufbringen von Spritzbeton gesichert. So entsteht eine erste provisorische Röhre, zunächst meist im Halbkreisprofil (Kalotte). Anschließend wird durch Ausbrechen der unteren Hälfte (Strosse/Sohle) der künftigen Tunnelröhre ein vollständiges Kreisprofil erstellt, auf dessen Grund sich später Fundament und Gleisbett befinden.
Um die Tunnelwand dauerhaft gegen Grund- und Bergwasser zu schützen, wird sie mit Kunststoffbahnen abgedichtet. Im letzten Arbeitsgang der Rohbauphase durchquert ein Schalwagen den Tunnel und die Innenschale wird betoniert.
 
Maschinenvortrieb:
Der Tunnel wächst Ring für Ring
Die Tunnelvortriebsmaschine löst mit einem rotierenden Schneidrad das Gestein, welches durch die Maschine hindurch abtransportiert wird. Nach Auffahren einer festgelegten Strecke wird die Maschine angehalten und in ihrem rückwärtigen Bereich der Hohlraum mit Fertigteilen, den sogenannten Tübbingen, ausgekleidet. Nachdem eventuelle Hohlräume zwischen Gebirge und Tübbingen verpresst sind, ist der Tunnelrohbau hier abgeschlossen. Um den nächsten Abschnitt aufzufahren, stützt sich die Tunnelvortriebsmaschine mit Hydraulikpressen an den Tübbingen ab.
 
Nach all der Theorie ging es mit dem Omnibus durch die Baustelle, damit wir uns auch von der Praxis ein Bild machen konnten.

vorgefertigte Tübbinge
vorgefertigte Tübbinge
Tunnelportale bei Hohenstadt
Tunnelportale bei Hohenstadt

Nach so vielen wissenswerten Informationen hatte so mancher etwas Hunger bekommen. Wir fuhren nach Aichelberg ins Gasthaus Waldeck und ließen bei einem guten Essen und vielen neuen Eindrücken den Tag gemütlich ausklingen bevor wir die Heimreise antraten.
 
Zusammengefasst kann man von einem ausgefüllten und erlebnisreichen Tag sprechen, der allen Teilnehmern viele Neuigkeiten und Erkenntnisse brachte.
 
Walter Kuhn Stellv. Leiter der Altersabteilung Aich

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