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Vampirettchen, die Schreckliche zu Besuch in unserer Schule

Am 3. Juli 2017 kam die „Fledermausmutter“ Ilona Bausenwein zu uns in die Schule.
Frau Bausenwein, Diplomgeologin aus Tübingen nimmt seit vielen Jahren kranke und verletzte Fledermäuse bei sich in ihrer Wohnung auf. Momentan lebt sie mit 49 Fledermäusen zusammen.
Einige von ihren „Kindern“ hat sie in kleinen Kartons mit in unsere Schule gebracht. ( Fledermäuse mögen es eng ).
All die kleinen Fledermäuschen haben sehr erfindungsreiche Namen von ihr bekommen:
Vampirettchen, die Schreckliche ( Mückenfledermausweibchen) , Artur oder Arti ( ein großer Abendsegler), Madame Näschen ( Mausohr-Fledermaus), Miss Lilly, Klette und Carlo.
Mit Vampirettchen ist nicht zu spaßen, sie kann beißen, Madame Näschen kann gestreichelt werden, Artur kann sehr schnell fliegen, Klette hängt wie eine Klette an Frau Bausenwein und Miss Lilly ist den kleinen Fledermäusen eine Lehrerin.
Anhand ihrer kleinen Schützlinge erzählte Frau Bausenwein viele Anekdoten zu ihren Fledermäusen, aber vor allem erzählte sie uns sehr viel Wissenswertes über Fledermäuse im Allgemeinen.
Fledermäuse sind biologisch nicht mit den großen Flughunden oder Flugfüchsen verwandt. Man braucht sich auch nicht vor den Fledermäusen fürchten. Sie sind ungefährlich. Unsere Fledermausgäste ernähren sich von Insekten und vor allem Spinnen. In Australien und Südamerika gibt es die größte Fledermaus, der „falsche Vampir“, der sich von Schlangen, Eidechsen, Ratten, Mäusen und auch von kleinen Fledermäusen ernährt.
Fledermäuse müssen viel fressen, da sie viel Energie zum Fliegen benötigen. Dafür haben sie einen kleinen Beutel an ihrem Bauch, in dem sie die Insekten aufbewahren. So können sie auch während des Fliegens fressen, indem sie ihren Kopf in den Beutel stecken. In einer Nacht kann zum Beispiel die Mückenfledermaus 3000 bis 6000 Stechmücken fressen.
Um nicht mit Hindernissen zusammenzustoßen, haben sie von ihrem Flugrevier eine Gedächtniskarte, nach der sie fliegen. Wenn sie diese einmal mit ihrer Echoortung erstellt haben, können sie immer wieder danach fliegen. Das gilt nicht für mobile Hindernisse wie Autos. So sind die Menschen und die Autos ( nicht zu vergessen die Luftverschmutzung ) die größten Gefahren für unsere Fledermäuse.
Die natürlichen Feinde der Fledermäuse sind Marder, Eulen und vor allem Katzen. Ein neuer Feind kam jüngst dazu: der Waschbär.
Während des Flugs haben Fledermäuse einen Herzschlag von 1200 Schläge pro Minute.

Diese vielen Informationen präsentierte uns Frau Bausenwein ausgesprochen spannend und lebendig. Sie ging mehrmals, einen ihrer kleinen Schützlinge in ihrer Handhöhle haltend, durch die Stuhlreihen und alle Kinder durften die kleine Fledermaus einmal streicheln.
„Wie samtig und angenehm fühlt sich so ein Fledermauspelz doch an!“
Den schnellen Herzschlag und die Körpertemperatur von 40°C durften wir fühlen, indem Frau Bausenwein uns eine Fledermaus ans Ohr hielt. Die rasiermesserscharfen Zähne durften wir bei einer Fledermaus bewundern, die ihr Mäulchen so lange öffnete, bis sie auch das letzte Kind gesehen hatte.
Damit die Fledermäuse sich in der fremden Umgebung nicht ängstigen und sicher fühlen, war es wichtig, dass sie ständig die Stimme ihrer vertrauten „Mama“ hörten. Die Fledermäuse sind sehr intelligent und verstehen nach einer Woche die Sprache ihrer vertrauten Person.
Im Sommer schlafen die Fledermäuse kaum. Sie sind mit Fressen und Körperhygiene beschäftigt. Ab Oktober ziehen sie sich für den Winterschlaf in Felshöhlen, Baumhöhlen, Mauerritzen zurück. Dann darf man sie nicht stören. Dies ist auch der Grund, weshalb ab 1.11. alle Höhlen für Besucher geschlossen sind.
Nach diesen zwei lehrreichen Unterrichtsstunden wurden wir nicht nur zu kleinen Fledermausexperten, sondern auch zu Fledermausliebhabern und –schützer.

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