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Angriff auf die Lachmuskeln mit dem Meister des schwäbischen Meister des Kabaretts

(tab) Kein Einsehen hat der Wettergott am Freitagabend im Naturtheater Grötzingen. Pünktlich als Christoph Sonntag mit seiner neuen Show „Kein Trend verpennt“ die Bühne betritt, reißen die Schleusen auf und es regnete in Kübeln. Anfangs etwas irritiert über die himmlisch feuchte Begrüßung reagiert der König des schwäbischen Kabaretts souverän und baut das Wetter in seiner Show ein. Die Lacher sind auf seiner Seite. Allerdings nicht nur da. Bereits zu Beginn der Show wählt er das Ehepaar Ute und Ralf aus dem Publikum, die er als Gigs am Abend immer mal wieder in sein Programm einbaut.

Zum Warmlaufen beleuchtet er das politische Zeitgeschehen, stellt dabei augenzwinkernd fest, dass wir die Engländer allein wegen ihres Essens und nicht zuletzt für die verlässlichen Elfmeter brauchen, der Brexit also keine gute Idee ist. Seiner Ansicht nach dreht die ganze Welt gerade durch.
Egal, ob Zuwanderung oder Autobahnmaut, zu allem fällt dem kiezen Schwaben etwas ein und er gibt zu bedenken: Als einziges Land könne Österreich die Maut auf der ganzen Welt verlangen, schließlich seien sie die Erfinder der Autobahn. Aber auch an den Holländern lässt er kein gutes Haar und weiß, wer dreimal durch die Führerscheinprüfung falle, erhalte das gelbe Nummernschild. „Beim vierten Mal wird der Wohnwagen angehängt“, ergänzt Sonntag.

Den Konsumrausch sieht der Stuttgarter ebenfalls kritisch und stellt sich nicht nur zu „Seitenbacher“ die Frage: „Warum soll ich ein Müsli essen, nur weil mich die Werbung nervt?“ Anschließend geht er auf Ikeas neue Modellreihe „Schicht im Schacht“ ein, einem Sarg der als „Hilde weg“ zuvor als Regal genutzt werden kann. Das Publikum tobt. Den nächsten Angriff auf die Lachmuskeln landet er mit seinem Erlebnis in der Waldorfschule. Seiner Meinung nach die reinste Freakshow und schildert seine Erfahrung beim Elternabend. Gestandene Männer sitzen im Kreis, fassen sich an die Hände und singen gemeinsam ein Lied. Kein Wunder also, dass man an dieser Schulform, laut Sonntag, zwei wichtige Dinge lernt und zwar erstens: „Wie man es zu nichts bringt und zweitens es selber nicht merkt.“ Den neusten Sporttrend Hot-Pilates betrachtet der Entertainer ebenfalls skeptisch, vergleicht ihn trocken mit Krankengymnastik in der Sauna. Das neuste „Must havele“ ein Fitnessarmband von seiner Frau findet bei ihm deshalb wenig Beachtung, schnallt es kurzerhand dem Hund um den Hals. Die Auslesedaten entlarven die Tat. Das Publikum quittiert es mit rasendem Applaus und lautem Lachen. Doch auch die sparsamen Schwaben bekommen ihr Fett ab, schließlich tappen auch sie in die Trendfalle wenn es heißt: „Sugaring zum Preis von Waxing“ Was es damit auf sich hat, erfährt Sonntag als er dem Berater im Waxing-Studio, einem frischgeschlupften Delphin, aus Leipzig gegenübersteht. Der macht sich gleich an die Arbeit, reißt ihm mit Zuckerguss die Haare am ganzen Körper aus. Wie ein gerupftes Hühnchen sieht Sonntag nun aus und muss Angst haben bei seiner Familie auf dem Grill zu landen. Tapfer hat er es ertragen und ganz laut nach seiner Mama gerufen. Vor allem die Frauen im Publikum zollen frenetischen Beifall.

Gekonnt legt der Kabarettist den Finger in die Wunde, wo es weh tut, bringt mit seinem direkten schwäbischen Humor den Sachverhalt auf den Punkt. Beschreibt Situationen, die nicht nur für ihn skurril erscheinen und regt gerade mit seiner scharfsinnigen, aber witzigen Art zum Nachdenken an. Dabei macht er auch vor dem politischen Zeitgeschehen keinen Halt. Nicht nur den amerikanischen Präsidenten nimmt er ins Visier, sondern teilt genauso im Ländle aus, nimmt unter anderem Kretschmannn und Strobel aufs Korn. Rhetorisch stellt er, als Anspielung auf den Vizepräsidenten Mickey Pence, die Frage ans Publikum: „Wer hätte gedacht, dass Amerika einmal von Donald und Mickey regiert wird?“ und zieht damit den Vergleich zu Disneys Comic-Helden. Gleich legt er noch eins drauf indem er vom Publikum die Antwort wissen möchte, was an Dummheit grenzt. Die Antwort prompt: Mexico und Kanada. Für die schwäbische Politik lässt er die Puppen sprechen, liefert sich ein Wortgefecht mit Oettinger und Kretschmann.

Nicht nur mit den Puppen zeigt Sonntag seine Wandlungsfähigkeit. Zwischendrin schlüpft er in die Rolle des Bruders Christopherus, der mit dem Weltlichen und Angela Merkel ins Gericht geht oder er zeigt sich als virtuellen Geiger auf der ersten selbstleuchtenden Geige des 17. Jahrhunderts, wenn er nicht gerade beim Zusammenbauen des Klappfahrades über dessen Vorzüge referiert. Um zum Schluss seiner Show dem Publikum noch einige nützlichen Tipps für die demnächst anstehende Urlaubssaison mit auf den Weg zu geben: „Fahr nicht fort relax vor Ort“.
Eine gelungene Show mit viel Witz und Hintergrund, die dem Publikum einen heiteren, unterhaltsamen Abend mit permanenten Angriff auf die Lachmuskeln lieferte, gezollt mit frenetischen Applaus für den Meister des schwäbischen Kabaretts.

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