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Ein halbes Jahr später

Nur langsam kehrt der Alltag zurück – Ban Thung Khrok ein halbes Jahr nach der Flutkatastrophe

Zerstörung
Zerstörung

Etwas mehr als ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem der Tsunami über weite Teile Asiens hinwegrollte, viele Menschen starben. Das Leben derjenigen, die der Flutwelle entkamen, änderte sich von einer Sekunde zur anderen, viele verloren Angehörige und Freunde, häufig wurde ihnen die Lebensgrundlage entzogen. In Anbetracht dieses Leides entschied sich die Stadt Aichtal mit dem Projekt „Aichtal hilft“ einem vom Tsunami gezeichneten Dorf zu helfen. Durch die Welthungerhilfe und der PDA (Population and Community Development Association), entstand der Kontakt zu „Ban Thung Khrok“ in Thailands Provinz Krabi. Bisher wurden rund 55 000 Euro für das Projekt gespendet, ein großer Teil des Betrages bereits überwiesen. Nun berichtet die PDA darüber, wie das Geld vor Ort verwendet wird. Primär gilt es die Schule in Ban Thung Khrok zu unterstützen, sie ist praktisch der Lebensmittelpunkt im Dorf. 455 Kinder besuchen die Schule, an der 18 Lehrer die Erst- bis Sechsklässler in 22 Räumen unterrich-ten. Die Schule ist zwar nicht schlecht ausgerüstet, trotzdem fehlt es noch an vielem. So verfügt sie über eine Bücherei, einen Computerraum und Internetzugang, doch nur wenige PCs funktionieren, die Räume sind teilweise zerstört. Deshalb ist geplant zehn Computer mit Tischen und Zubehör anzuschaffen.

Damit alle Schüler während des Essens platz finden, sind dringend neue Tische und Stühle für die Cafeteria nötig, weil die alten kaputt und klapperig sind. Zumal die PDA sofort nach der Flutwelle an die Kinder Schulessen ausgab, um wenigstens die Grundversorgung zu sichern. Finanziert wird das Schulessen, das von den Frauen des Dorfes zubereitet wird, durch die Aktion „Aichtal hilft“. Durch die eingegangenen Spenden ist das Schulessen auch in Zukunft gesichert, deshalb will die PDA mit der Ausgabe bis zum Ende des Schuljahrs weitermachen und die Kinder auch im nächsten Schuljahr mit ausgewogenem und nahrhaften Essen unterstützen. Danach wird es den Menschen durch das begonnene Schulfarmprojekt möglich sein, sich selbst zu versorgen. Das Schulfarmprogramm ist ein weiterer Schwerpunkt der Hilfe, hier soll die Bevölkerung verschiedene Gemüsesorten anbauen, um sich wieder selbst versorgen zu können. Unter anderem bewirtschaften die Farmer die Felder mit Auberginen und Chilli, außerdem werden davon zurzeit neun Reihen mit je neun Ölbäumen bepflanzt.

Fischer
Fischer

Um Pilze zu züchten bauten sie einen Schuppen. Vor der Flutkatastrophe waren die meisten Bewohner Fischer, deshalb wird die Fischzucht vorangetrieben. Dazu wurden acht, zweimal vier Meter große Zuchtbecken für Welse errichtet. Trotzdem ist die Situation nach dem Tsunami noch ernst und das Leben und das Einkommen der Menschen nor-malisieren sich nur sehr langsam wieder. Vor der Flutwelle waren viele Bewohner in der Landwirtschaft beschäftigt, züchteten Fische oder Krabben. Vor Ort gibt es eine große Holzverarbeitungsfabrik, die tausende von Arbeitern in der Gegend beschäftigt, aber eine viel größere Anzahl von Menschen wurde sehr hart durch den Tsunami getroffen und leidet noch immer unter den Folgen. Wie Prajoub Yaji und seine Frau, die im Andaman Ressort auf Phi Phi Island arbeiteten. Sie entkamen mit ihrem Baby nur knapp dem Tsunami, nachdem sie in höhere Gebiete hetzten als die tödliche Welle hereinbrach. Nun haben sie keine Arbeit und kein Geld. Khun Prajoub plant Touristen nach Ban Thung Khrok zu bringen, um sie mit dem Boot auf die nahe Insel Ko Pang zu fahren. Dort gibt es ein wundervolles Korallenriff, ideal für Taucher und Schnorchler, ein Weg in eine neue Zukunft.

Und vielleicht gelingt es Aichtal noch zwei weiteren Dörfern zu helfen. Durch das große Spendenaufkommen und die Prioritäten, die Aichtal vorgegeben hat, Kindern eine vernünftige Ausbildung zu ermöglichen, schlug die PDA vor, neben der Fortführung der Projekte in Ban Thung Khrok, weitere Dörfer zu unterstützen. Eines ist Ban Bo Mamuang, ein 1120 Einwohner zählendes Fischerdorf, 35 Kilometer südlich von Ban Thung Khrok, dort ist ebenfalls geplant Essen an 390 Schüler auszugeben. Eine weitere Schule in Ta Maprao benötigt unter anderem für den Sprachunterricht Computer mit Zubehör, um den Kindern eine Zukunftsperspektive und einen Weg aus der Armut zu bieten, genau das, was Aichtal mit seinem Projekt „Aichtal hilft“ bewirken möchte.

Wer das Projekt mit Spenden unterstützen möchte:
Konto-Nr.: 100 144 103,
BLZ 611 500 20
Kennwort: „Aichtal hilft“Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen"