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Sprach-/Wahrnehmungsförderung

Fit für die Schule durch Sprach- und Wahrnehmungsförderung

Sprachförderung
Sprachförderung

Schwerpunkte und Ziele

„Wir woll´n uns begrüßen und machen das so „hallo, hallo“, 
 wie schön, dass wir hier sind und nicht anderswo, „hallo, hallo“!....“

Rund zehn Mädchen und Jungen sitzen im Kreis, singen, klatschen und gestikulieren. Dies ist eine der Sprach- und Wahrnehmungsfördergruppen im Aichtal. Seit 2003 gibt es auf Beschluss des Stadtrates in allen Ortsteilen solche Gruppen, die die Kinder 1-2 Jahre vor der Einschulung besuchen können.
Vorausgehend ist ein Testverfahren, welches Aufschluss über einen eventuellen Förderbedarf gibt.

Der Stadt Aichtal ist dieses Angebot wichtig, auch wenn die Zuschüsse des Landes die Kosten nicht decken und zudem jährlich variieren oder auch einmal ganz ausbleiben können.

Deutsche und fremdsprachige Kinder sind in diesen Gruppen und wenn man eine Weile zuschaut wird schnell deutlich, dass es nicht nur um die Sprache geht. Es geht darum, dass die Kinder ein stabiles Fundament und ein positives Selbstkonzept haben sollen, wenn sie in die Schule entlassen werden. Sie sollen sich auf ihre Sinne und Fähigkeiten verlassen können, wenn es darum geht Einzelfertigkeiten wie Rechnen, Lesen und Schreiben zu erlangen.
Dieses Fundament besteht aus vielen Puzzleteilen, und wenn schon ein Puzzleteil fehlt kann kein Gesamtbild entstehen. 

Lesen zu lernen beispielsweise ist ein komplexer Vorgang, bei dem viele Teilleistungen zusammenwirken müssen. Es erfordert zunächst eine gut entwickelte visuelle Unterscheidungsfähigkeit um verschiedene Buchstaben auseinanderhalten zu können, wie z.B. p und g, d und b. Dafür brauchen die Kinder eine sichere Differenzierungsfähigkeit von links und rechts. Kinder, die dies nicht beherrschen, werden möglicherweise zu Legasthenikern. Außerdem braucht man fürs Lesen und die Orientierung im Text ein räumliches Vorstellungsvermögen und eine gute Koordination der Augenbewegung, da die Augen dem Sprechen immer um einige Worte voraus sind.

Deshalb arbeitet die Sprach- und Wahrnehmungsförderung nach ganzheitlichen Methoden. Eine Einheit über das Gedicht: „Fischchen komm schwimm hin und her, übers große weite Meer“, die sich über mehrere Stunden hinziehen kann, könnte vielleicht so aussehen:

1. Schritt: Gedicht lernen, dazu passende Schwungbewegungen in der Luft ausführen. Dabei wird geübt: Reim, Rhythmus, Grobmotorik, Gedächtnis, Begriffe rechts und links.

2. Schritt: mit Seilen wird ein Fisch gelegt, barfuß abgelaufen und das Gedicht dazu gesprochen. Dabei wird geübt: die Fußbewegungen müssen einen Rhythmus zur Sprache finden, taktile Wahrnehmung - wie fühlt sich das Seil unter den Füßen an.

3. Schritt: ein Fisch wird mit Rasierschaum auf den Tisch gesprüht und mit den Fingern nachgefahren. Dabei wird geübt: taktile Wahrnehmung - wie fühlt sich das Material „Schaum“ an - Schwungübungen und das Überkreuzen der Mittellinie und Körpermitte, verbessert die Koordination zwischen der rechten und linken Hirnhälfte.

4. Schritt: ein Klecks Grundfarbe, also rot, blau oder gelb und wird mit dem Rasierschaum gemischt, danach ein weiterer Klecks mit einer zweiten Grundfarbe, dabei wird das Gedicht weitergesprochen. Dabei wird geübt: Farbenzuordnung, wie entsteht eine Mischfarbe.

5. Schritt: ein kopierter Fisch wird mit Buntstiften nachgezeichnet. Dabei wird geübt: Auge-Handkoordination, Feinmotorik, Präzision, Farben, Überkreuzen der Körpermitte.

Die Hälfte ihrer Förderstunden verbringen die Kinder in der Turnhalle. Psychomotorik ist fester Programmteil des Programms. Da wird geklettert, gehüpft, geschaukelt und an Seilen geschwungen. Da wird das Rollbrett zum Boot, mit dem ein reißender Fluss überquert werden muss und der Kasten, zugedeckt mit riesigen Matten zum Gebirge, das man mit Seilen erklimmen muss. Man mag sich fragen, was Sprach- und Wahrnehmungsförderung mit Turnen und Toben zu tun hat. Bewegung, Turnen oder Psychomotorik, wie der Fachbegriff heißt, beschäftigt sich mit dem engen Zusammenhang von Wahrnehmen, Bewegen, Erleben, Lernen, Handeln und Sprechen. Nur über Bewegung baut sich das Kind ein Orientierungssystem in Raum und Zeit und entwickelt Struktur und seine praktische, begriffliche und soziale Intelligenz.

Deshalb sind alle drei Sprachförderkräfte, Silke Speidel, Inge Keuerleber und Ursula Merkle, ausgebildete Fachkräfte für Psychomotorik.

Schon vielen Kindern hat die intensive Sprach- und Wahrnehmungsförderung in den letzten Jahren nicht nur den Schulstart erleichtert, sondern ihnen bestimmt auch zu mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und zu mehr Selbstbewusstsein verholfen.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an den Kindergarten Heuberg Grötzingen, Tel: 07127/51278 Frau Merkle, E-mail: kiga.rasselbande(@)aichtal.de